Das Leben mit einem an Alzheimer erkrankten Familienmitglied wirft den gesamten Familienalltag über den Haufen. Der Alzheimer-Kranke erfordert rund um die Uhr die gesamte Aufmerksamkeit.

Ständig vergisst er etwas und kann sich nicht mehr erinnern. An manchen Tagen ist der Alzheimer-Kranke pflegebedürftiger als ein Kind. Er möchte aber nicht als solches behandelt werden. Irgendwo tief in seinem Herzen weiß er, dass er erwachsen ist.

  • Damit Sie diese neue Herausforderung gut meistern können, sollten Sie sich an schöne Zeiten erinnern. Denken Sie daran wie sehr Sie den Alzheimer-Kranken lieben.
    Das wird Ihnen helfen, den neuen Alltag ruhig und gelassen zu meistern.
  • Bedenken Sie, dass der Alzheimer-Kranke nichts bösartig macht. Er ist selber gefangen in seiner Welt und auf die Hilfe anderer angewiesen.
  • Sagen und zeigen Sie ihm daher immer Ihre Liebe. Schließlich hat er nach 10 Minuten Ihre Worte wieder vergessen.
  • Es ist wichtig, immer und immer wieder die gleichen Rituale ins Leben einzubauen. Das gibt dem Alzheimer-Kranken ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.
  • Wichtig ist auch, dass Sie möglichst viel zusammen lachen. An manchen Tagen wird Ihnen sicherlich nicht zum Lachen zumute sein. Sollten Sie es dennoch schaffen, wird nicht nur Ihr Tag, sondern auch der Tag des Alzheimer-Kranken um ein Vielfaches bereichert werden.
  • Manchmal kann auch eine gute CD helfen, um die Stimmung aufzulockern. Die rhythmischen Klänge animieren zum Singen und Tanzen. Sehr schön sind Lieder, die der Alzheimer-Kranke früher genossen hat. Vielleicht kann er sich an die Melodie erinnern und leise mitsummen.
  • Neben dem angenehmen Flair, für das Sie sorgen sollten, müssen Sie dem Alzheimer-Kranken aber auch klare Grenzen setzen. Er vergisst die einfachsten Dinge des Lebens. Täglich muss er ans Zähne putzen, Essen und Trinken erinnert werden.
    Erinnern Sie ihn ständig an die Aufgaben. Dabei kann es hilfreich sein, die Zahnbürste demonstrativ im Bad zu platzieren. Auch gemeinsame Mahlzeiten helfen, um den Alzheimer-Kranken ans Essen und Trinken zu erinnern. In einer liebevollen Umgebung wird er leicht dazu bereit sein. Auch das Kochen seines Lieblingsessens oder ein liebevoll dekorierter Tisch animieren zum Essen.
  • Versuchen Sie auch, sich in den Alzheimer-Kranken hineinzuversetzen. Sein neuer Tag erscheint nun trostlos und leer. Er erzählt den ganzen Tag über sinnlose Geschichten, läuft ruhelos durch die Wohnung und weiß nicht was er tun soll. Überlegen Sie was ihm früher Spaß gemacht hat und womit Sie ihn motivieren können.
    Der Vater der früher gerne gerätselt hat, wird sich sicherlich über einen dicken Rätselblock freuen. Er wird wahrscheinlich nicht alle Aufgaben perfekt lösen können. Trotzdem schenkt ihm das Heft für eine gewisse Zeit Ablenkung. Auch ein Puzzle oder eine Handarbeit sind ein netter Zeitvertreib für den Alzheimer-Kranken.
  • Er wird sicherlich gerne bereit sein, wiederkehrende Aufgaben zu erfüllen, damit seine Finger beschäftigt sind. Der Alzheimer-Kranke könnte beispielsweise kleine Postkarten kreativ gestalten. Diese können dann zu besonderen Anlässen verschickt werden. Der Betroffene wird stolz sein, dass er endlich etwas Sinnvolles zum Familienleben beitragen kann. Durch die Postkarten bleiben Sie außerdem leicht mit Dritten in Kontakt. Freunde und Verwandte werden sich sicherlich freuen in regelmäßigen Abständen von Ihnen Post zu erhalten.

Mehr zum Thema:

www.alzheimer-selbsthilfe.de

www.vnr.de/b2c/gesundheit/pflege/demenz/demenz-wenn-ein-familienmitglied-in-eine-andere-welt-abtaucht

www.deutsche-alzheimer.de

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