Baby Boomer

Der Begriff „Oldtimer“ – übrigens eine deutsche Wortkreation, die es in der englischen Sprache nicht gibt – existiert seit langem und bezeichnet ein klassisches Fahrzeug von mindestens 30 Jahren. Ergänzend hat sich seit ein paar Jahren der Begriff „Youngtimer“ durchgesetzt, wenn Autos im Alter von etwa 20 bis 30 Jahren beschrieben werden sollen.

Für jüngere „Anwärter“ auf den Status eines echten Klassikers – Autos im Alter unter 20 Jahren – gibt es derzeit noch keine allgemein anerkannte Bezeichnung. „Neotimer“ oder „Neoclassics“ sind erste Versuche, diese Fahrzeuge einzuordnen.

Dr. Jörg Zimmermann:  “Ich schlage den Begriff ‘Babytimer’ vor, weil er die Einteilung nach Generationen konsequent weiterführt (Old, Young) und mit dem Wortbestandteil ‘Timer’ einen gelernten Begriff für die Deklination der automobilen Klassiker verwendet.”

Flache und tiefe Kurven

Aber welche Autos des ausgehenden letzten Jahrhunderts haben das Zeug zum wertstabilen Klassiker – oder zur Geldanlage? Die Antwort ist so einfach wie schwierig zugleich: Was in den 90er-Jahren sehr begehrt und außergewöhnlich teuer war, wird auch in Zukunft nachgefragt sein. Wobei sich – und das ist die Schwierigkeit – die Frage stellt, wann der Preisverfall, zum Beispiel eines gebrauchten Maserati oder Ferrari, seinen Tiefpunkt erreicht und ob und wie stark der Wert danach wieder steigt.

Diese Preiskurve gilt es zu antizipieren. Sie verlief beispielsweise bei den Turbo- und Leichtbauversionen der Porsche-Modellreihen 964 und 993 (der letzte Luftgekühlte) in den letzten zehn bis 15 Jahren extrem flach und steigt mittlerweile. Heißt: Einen echten (tiefen) Gebrauchtwagenpreis hat es für diese seltenen Sportwagen eigentlich nie gegeben; sie galten bereits kurz nach ihrem Erscheinen als Liebhaberfahrzeuge.

Anders bei der Baureihe W 140 von Mercedes-Benz: Die S-Klasse der Neunziger war zwar kommerziell erfolgreich, ihre Form und Dimension spaltete aber schon damals die Fangemeinde. Was zur Folge hatte, dass die Preise erst vor wenigen Jahren einen Tiefpunkt erreichten, der nur noch einen Bruchteil des damaligen Neuwerts darstellte. Selbst das Coupé, traditionell bei Mercedes eine „sichere Bank“, wird auf absehbare Zeit wahrscheinlich keine relevanten Zuwächse verzeichnen.

Leistung schafft Liebhaber

Die Regel „sehr begehrt“ gilt besonders für Autos, die neue Meilensteine in puncto Leistung und Performance setzten. Teuer, manchmal noch in Handarbeit gefertigt und deswegen in Stückzahlen verkauft, die selten die Marke von 10.000 überschritten, haben „Wölfe im Schafspelz“ wie der Mercedes-Benz 500 E (W 124), der Audi RS2, der frühe BMW M3 (besonders die nur dreistellig gebauten E30-Modelle Cabriolet, Evolution und Sport Evolution) oder der gänzlich unbekannte VW Golf Limited (71 Stück mit 210 PS und Allradantrieb) heute ein feste Fangemeinde, in der Preise bezahlt werden, die mit dem normalen Gebrauchtwagenmarkt nichts mehr zu tun haben.

Es muss aber nicht gleich ein Porsche 959 oder ein Ferrari F40 sein. Auch die High-End-Versionen bestimmter „Volumenmodelle“ können – als gepflegtes Ersthandauto mit wenig Laufleistung – bereits heute respektable Preise erzielen. Beispielhaft seien der Lancia Delta Integrale, der Ford Sierra Cosworth, der Opel Calibra Turbo 4×4 oder der Peugeot 205 Turbo 16 genannt. Selbst bei den Japanern gibt es mit dem Honda NSX einen Sportwagen, der damals in vielen Tests besser als der Porsche 911 war – und heute ein äußerst wertstabiles Auto auf dem Weg zum Klassiker ist.

Zum Schluss noch einen persönlichen Tipp: Erinnern Sie sich noch an die Testberichte über den Opel Lotus Omega mit 377 PS, der beim Sprint auf Tempo 200 schneller war als ein zeitgenössischer Ferrari Testarossa? Auch wenn dieses Modell nach wie vor ein Hosenträger-Image mit sich rumschleppt und die Rennsporttechnik zur Leistungssteigerung als sensibel gilt, gibt es wahrscheinlich keinen zweiten „Babytimer“ auf dieser Welt, mit dem sich Fahrspaß, Familientauglichkeit und Wertstabilität in so genialer Weise verbinden lassen. Von den erstaunten Gesichtern der anderen Verkehrsteilnehmer ganz zu schweigen.

Sollten Sie nun Appetit auf eine sinnliche Young- und Oldtimer Geldanlage bekommen haben, dann besuchen Sie die Seite Classic Chrome unter www.classic-chrome.de. Dort können Sie sich für den Newsletter registrieren und erhalten Schritt um Schritt weitere Informationen zu einer sinnlichen und emotionalen Geldanlage.

Autor: Dr. Jörg Zimmermann

Artikelfoto © Helder Almeida – Fotolia.com

1 Kommentar

  1. gentleys » Blog Archive » Checkliste: Einen echten Oldtimer erkennen kommentierte,

    [...] Weiterlesen: “Automobile Klassiker der 80er- und 90er-Jahre als Geldanlage” [...]

    Geschrieben am 26. August 2010 at 14:52

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