Was ist eigentlich der besondere Reiz an der Institution Bar – und warum ausgerechnet Hotelbars? Diese Frage ist schnell beantwortet: Bars sind einfach cool! Seit jeher waren sie der Treffpunkt für Künstler, Kreative, Schriftsteller und andere unabhängige Geister, wie Unternehmer, Medienschaffende oder Journalisten. Eine exklusive Klientel also, die man in keinem Restaurant – und erst recht nicht in einer gewöhnlichen Kneipe trifft. Und schon gar nicht in einem derart ungezwungenen Ambiente und in dieser Kombination.
Insbesondere Hotelbars, in denen sich Menschen aus aller Herren Länder einfinden, umgibt ein Hauch von Luxus und Internationalität. Dies liegt nicht zuletzt natürlich auch an einem für gewöhnlich recht großen Getränkeangebot und dem überdurchschnittlich geschulten Personal, das einen hier betreut. Je nach Einrichtung der Hotelbar und der Sprache, die gerade im Raum vorherrscht, kann man gelegentlich den Eindruck gewinnen, man sei auf einem fremden Kontinent gelandet – und so kommt sogar so etwas wie Urlaubsfeeling auf.
In einer guten Bar soll der Gast sich entspannen können, zugleich aber das Gefühl haben, an einem ganz besonderen Ort zu sein und zu einer ausgewählten Personengruppe zu gehören. Neben dem entsprechenden Dresscode, der eine Bandbreite vom Anzug bis hin zum klassisch-legeren Freizeitstil reicht, empfiehlt sich deshalb auch ein an die Situation angepasstes Verhalten: Es geht nicht darum, möglichst viele Drinks, sondern eher darum, die Atmosphäre um sich herum quasi „aufzusaugen“. Besucht man eine Hotelbar alleine, ergibt sich in dieser stilvollen, aber zwanglosen Umgebung sicherlich das eine oder andere Gespräch, das dem Gegenüber jedoch stets einen gewissen Freiraum lassen sollte, so dass ein Aufbruch jederzeit möglich ist.
Hotelbars in Deutschland
Am meisten frequentiert – und somit am bekanntesten – sind die Hotelbars der Metropolen, in denen sich der Großteil des wirtschaftlichen wie kulturellen Lebens abspielt, und hier haben in der Regel auch die größeren Hotels die Nase vorn, da sie durch ihren Ruf meist das exklusivste Publikum beherbergen. Die nachfolgenden Bars sind alphabetisch nach ihrem Standort aufgelistet, keineswegs nach Rangordnung oder Qualität. Als Auswahlkriterien dienten insgesamt Ambiente, Getränkeangebot sowie die zusätzlich angebotene Unterhaltung.
Trader Vic’s Mai Tai Bar (Hilton, Berlin)
Öffnungszeiten: Täglich von 18:00 bis 1:00 Uhr, am Wochenende bis 2:00 Uhr. Food/Entertainment: Es gibt eine Auswahl an exotischen Spezialitäten aus der Südsee sowie asiatische Spezialitäten aus dem chinesischen Räucherofen. Täglich sorgt ein Live-Entertainer für musikalische Untermalung. Getränkeangebot: Neben dem namengebenden Mai Tai finden sich zirka 60 tropische Cocktails auf der Karte. Ambiente: Echtes Südseeflair durch Rattankorbstühle, exotische Pflanzen etc. sowie durch das asiatische Personal in bunter Kleidung.
Park Hotel Bar (Park Hotel, Bremen)
Öffnungszeiten: Täglich von 18:00 Uhr bis 2:00 Uhr. Food/Entertainment: Piano Live-Musik. Keine Angaben zum Snackangebot. Getränkeangebot: Der Schwerpunkt liegt auf der Wein- und Whiskeykarte mit über 400 Weinen aus aller Welt und der größten Whiskey-Auswahl Norddeutschlands. Ambiente: Art-déco Stil. Dreimal abendlich wechselnde Wandgemälde.
Karl May Bar (Kempinski, Dresden)
Öffnungszeiten: Täglich von 19:00 bis 2:00 Uhr. Food/Entertainment: Es gibt eine Auswahl an Snacks vom klassischen Sandwich bis hin zu modernen, exotischen Spezialitäten. Getränkeangebot: Die Karl May Bar besticht durch eine große Auswahl an exklusiven Whiskeys und internationalen Cocktails. Ambiente: Klassische Materialien wie dunkles Leder und Holz verleihen der Bar ein traditionelles, internationales Flair.
Harry’s New York Bar (Main Plaza Althoff Residence, Frankfurt am Main)
Öffnungszeiten: Täglich von 17:00 Uhr bis 3:00 Uhr. Food/Entertainment: Live-Musik täglich (außer montags) ab 19:00 Uhr sowie samstags/sonntags ab 20:00 Uhr. Getränkeangebot: Klassisches Angebot einer amerikanischen Cocktailbar. Ambiente: Harry’s New York Bar ist eine Legende. Seit der Eröffnung der ersten Originalbar in New York gehörten seit jeher viele Künstler zu den Stammgästen dieser Kette.
The Asian Bar (Hilton, Frankfurt am Main)
Öffnungszeiten: Montags bis samstags 18:00 Uhr bis 2:00 Uhr. Sonntags geschlossen. Food/Entertainment: Täglich bis 02.00 Uhr warme Küche. Wie der Name schon nahe legt, ist man hier spezialisiert auf japanische, chinesische, thailändische und indonesische Küche bzw. Fingerfood. Getränkeangebot: Überwiegend Cocktails. Ambiente: Passend zum Schwerpunkt ist die Bar im asiatischen Stil gehalten, allerdings in einem klaren, schlichten Design.
Fusion (Hotel Side, Hamburg)
Öffnungszeiten: Täglich von 12:00 Uhr bis 2:00 Uhr. Food/Entertainment: Täglich Sushi-Bar und Fusion-Küche. Mittwoch- bis Samstagabend: DJs für Lounge Music. Getränkeangebot: Über 90 Weine aus aller Welt. Große Wein- und Teekarte, z.T. selbst kreierte Cocktails. Ambiente: Die Bar besticht wie das gesamte Hotel durch ein schlichtes, stilvolles Ambiente. Interessantes, minimalistisches Design, überwiegend in Rot gehalten.
Piano Bar (Excelsior Hotel Ernst, Köln)
Öffnungszeiten: Täglich von 12:00 Uhr bis 1:00 Uhr. Food/Entertainment: Montag bis Samstag von 18:30 Uhr bis 01:00 Uhr: Live Piano-Musik montags bis samstags von 18:30 Uhr bis 01:00 Uhr. Getränkeangebot: Exklusive Weinkarte, eigene Cocktail-Kreationen von Luis de Gouveia, der 2004 vom Schlemmer-Atlas zum “Barkeeper des Jahres” ausgezeichnet wurde. Ambiente: Klassischer, geschmackvoller Stil mit Holzvertäfelung an den Wänden, die der Piano Bar eine warme, gemütliche Atmosphäre verleihen.
Ducktails (Arabella Sheraton Grand Hotel, München)
Öffnungszeiten: Täglich 18:00 Uhr bis 2:00 Uhr. Food/Entertainment: Täglich Live-Musik ab 22:30 Uhr. Exklusive Auswahl an Fingerfood. Getränkeangebot: 160 Cocktails von Herkules Tsibis, Weltmeister im Cocktailmixen 2000, und spezielle Karten mit über 100 Wodka- und Grappa-Sorten. Ambiente: Die Bar ist zweigeteilt – in den Barbereich mit warmen Holztönen, und in einen Loungebereich unter der gläsernen Dachpyramide des Hotels. Internationales Flair.
Falk’s Bar (Bayerischer Hof, München)
Öffnungszeiten: Täglich von 11:00 Uhr bis 2:00 Uhr. Food/Entertainment: Salate, Tapas, Sandwichs, Snacks, Antipasti. Getränkeangebot: Umfangreich, von Aperitifs über Cocktails bis hin zu Whiskeys. 2003 von Gault Millau zur besten Bar Deutschlands gekürt. Ambiente: Die Bar befindet sich im mit Stuck verzierten Spiegelsaal und ist in Weiß gehalten, traditioneller Eindruck durch goldene Kerzenleuchter. Modern wird das Interieur durch das kühle, blaue Lichtband, das den Tresen umgibt.
John-Cranko Lounge (Hotel am Schlossgarten, Stuttgart)
Öffnungszeiten: Täglich von 10:00 Uhr bis 1:00 Uhr. Food/Entertainment: Live-Musik am Abend. Auf Nachfrage auch kleine Snacks. Getränkeangebot: Dem Stil nach eine amerikanische Cocktailbar, frisch gezapftes Bier, Whiskeys, Weinbrände, Champagner, relativ kleine Weinkarte, alkoholfreie Getränke. Ambiente: Gemütliche Atmosphäre durch rot gemusterten Teppich, rote und gelbe Sessel bzw. Sofas. Mit Pflanzen verdeckte Glasfront für eine private Atmosphäre nach außen. Barbereich und Tresen sind aus hellem Holz und mit Spiegeln versehen.
Kultige Bar Events
Ein mittlerweile kultiger Event, der regelmäßig in Berlin, Dresden und Frankfurt stattfindet, ist die “Lange Nacht der Hotelbars“. Wie funktioniert es? Beispiel Berlin. In den Bars der zehn besten Hotels Berlins kombiniert man kreative Barchefs, DJs & Bands, Specials & Acts und einen Shuttle Service. Fertig ist der perfekte Mix für eine unvergessliche Nacht. Den “Bar-Pass“ bekommen Sie an den Rezeptionen der teilnehmenden Hotels. Mehr Informationen unter http://www.langenachtderhotelbars.de. Zu empfehlen sind auch die Gentlemens Days, die von GQ und Chivas Regel veranstaltet werden. Dies sind Szene-Events mit interessanten Gästen (jeder kann sich bewerben) und Gesprächen in ausgewählten Bars deutscher Metropolen. Mehr Informationen unter www.gq-magazin.de.
Buchtipps
Bethan Ryder, Bar- und Clubdesign (AV Edition Lebensart, 2004).
Bettina Rühm, Restaurants, Cafés, Bars (Callwey, 2001).
Buchreihe Bars & More (erschienen bei Companions).
Der Feinschmecker Guide 2005: Hotel & Restaurant (Travel House Media, 2004).
Franz Brandl, Brandls Barbuch (Matthaes, 2003).
Ingrid Wenz-Gahler, Café, Bar, Bistro (Alexander Koch, 1999).
Tobias Steed, Ben Reed, Hollywood Cocktails (Kaleidoskop, 2005).
Uwe Voigt, Das große Lehrbuch der Barkunde (Matthaes, 2002).
Erwarten Sie hohe Gäste? Begeistern Sie diese doch mal mit einem Leihkoch!
Artikelfoto © Raphael Daniaud – Fotolia.com
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1 Kommentar
[...] Sie auch, worin der besondere Reiz der Bar als Insitution besteht. AKPC_IDS += "574,";Popularity: 3% [?] [...]
Geschrieben am 16. Oktober 2009 at 12:07
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