Kaum jemand, der nicht selbst an einer Depression erkrankt ist, kann sich in Betroffene hinein versetzen. Längst ist der Leistungsdruck, deutlich geworden im Freitod des Sportlers Robert Enke, nicht mehr nur im Sport zu finden. Das ständige „Funktionieren-Müssen“ zieht sich in alle Bereiche hinein, privat wie beruflich. Viele spüren diesen Druck seit langem, auf dem Arbeitsmarkt, im Büro, in der Partnerschaft und kennen Ohnmacht, Stress und Verzweiflung. Doch nur die wenigsten Menschen  halten diesem Druck stand. Lesen Sie hier alle Fakten über Depressionen.

Zahlen, die für sich sprechen

In Amerika sind es rund 35 Millionen Amerikaner, aber in Deutschland sind es ebenfalls etwa vier Millionen, die unter Depressionen leiden. Das sind ca. 5 % der gesamten Bevölkerung. Nur bei etwa einem Drittel chronisch depressiver Menschen kommt der Arzt auf die richtige Diagnose. Frauen leiden doppelt so oft darunter, wobei es aber wahrscheinlich weniger Männer zugeben. Sie simulieren lieber völlig unangebracht Härte, um nicht als „Weichei“ dazustehen. Eine gefährliche Entwicklung, denn Depressionen sind Krankenkassenberichten zufolge die dritthäufigste Ursache für Krankenscheine und jeder 3. Alkoholiker leidet unter einer Depression.

Deutlich zeigen die Zahlen der an Depressionen erkrankten Menschen, dass Lebewesen keine funktionierenden Maschinen sind. Auch die menschliche Leistungsfähigkeit hat Grenzen, dies sollten Verantwortliche langsam aber sicher erkennen und respektieren. Schwächen und Stärken machen Menschen aus, egal wie alt er ist und welchen Beruf er ausübt. Sein Wert wird dadurch nicht geschmälert.

Alarmierende Zeichen

Bereits zwischen 16 und 20 Jahren kann man an einer Depression erkranken. Häufiger passiert dies jedoch zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Davon werden zwischen 6 bis 9 % der Fälle richtig behandelt. Alarmierend: Etwa 4 % der Betroffenen begehen aufgrund der Krankheit Selbstmord. Dabei wählen Männer dreimal häufiger als Frauen den Freitod. Hier sind vor allem Männer ab dem 60. und Frauen ab dem 80. Lebensjahr gefährdet. Laut Statistik führen in Europa mehr Depressionen zum Tod als Verkehrsunfälle, Aids und Missbrauch von Drogen zusammen.

Es ist hauptsächlich das Hormonsystem, welches bei einer Depression außer Kontrolle gerät. Die Ausschüttung der Glückshormone und Botenstoffe, wie Serotonin und Noradrenalin, ist vermindert, die Antriebskraft und die Stimmung fallen dramatisch ab. Dies kann auch nicht mit Glücksmomenten ausgeglichen werden, denn die körpereigene Reaktion darauf erfolgt nicht richtig.

Mit Antidepressiva können Symptome von mehr als der Hälfte der Patienten innerhalb von maximal 6 Wochen verringert werden, aber eine Heilung erfolgt noch lange nicht. Wenn man bedenkt, dass Depressionen erblich sind, dann werden sie sich vermutlich in dramatischer Geschwindigkeit vermehren.

Tipps:

Hilfe bei Depressionen

Der Buchtipp

Foto: (c) havlena – www.pixelio.de

Popularity: 1% [?]

Kommentar schreiben:


© 2009 Media Innovation GmbH