Ein gutes Paar Schuhe sagt viel aus über denjenigen, der sie trägt. Handelt es sich dabei um speziell angefertigte Maßschuhe, ist der Träger nicht selten ein Mann von Welt. Einer, der Wert legt auf Stil, Qualität und Passgenauigkeit.
Experte Matthias Vickermann, zusammen mit seinem Geschäftspartner Martin Stoya der Geschäftsführer der Maßschuhmanufaktur Vickermann & Stoya, erklärte sich neben seinem Beitrag “Maßschuhe – Die Königsdisziplin” auch zu einem Interview mit gentleys bereit.
Warum ein Maßschuh so wertvoll ist, wie man ihn am besten pflegt und andere spannende Fakten zum Thema verrät Matthias Vickermann im folgenden Interview:
gentleys: Herr Vickermann, wie viel Geld sollte man mitbringen, um von Ihnen ein Paar maßgefertigte Schuhe zu bekommen?
Matthias Vickermann: Einmalig berechnen wir 300,- € für die Fertigung eines Paar Leisten und für die Herstellung von Probeschuhen. Handgefertigte Herrenhalbschuhe (Modell nach Wahl) liegen bei 1300,- €.
Einzig Stiefel und Exotenleder sind aufpreispflichtig und so können manche Schuhmodelle in einem seltenen Leder bis zu 7.500,- € kosten.
gentleys: Was genau macht einen Maßschuh so wertvoll?
Matthias Vickermann: Erstens werden unsere Maßschuhe rein von Hand gefertigt. Da diese Schuhe nach dem Maße des Fußes gefertigt werden, und auch das Modell vom Kunden ganz individuell mitgestaltet werden kann, handelt es sich bei jedem Paar Schuhe um ein Unikat. Durch die genaue Vermessung und den hohen Aufwand der Leisten- und Probeschuhfertigung wird ein Höchstmaß an Passgenauigkeit erzielt.
gentleys: Wann ist Ihnen persönlich ein Schuh zu teuer?
Matthias Vickermann: Wenn der Preis nicht mehr in Relation zur handwerklichen Leistung steht. Das bedeutet, dass ein rahmengenähter Maßschuh nicht über 2500,- € kosten darf, da man in diesem Falle mehr einen Namen bezahlt als das reine handwerkliche Können eines Meisters.
Aber auch Konfektionsschuhe sollten nicht über 800,- € kosten, da auch sonst in diesem Falle ein erheblicher Aufpreis für einen Markenname bezahlt wird.
gentleys: Zählen Sie mehr Damen oder mehr Herren in Ihrer Kundschaft?
Matthias Vickermann: Unsere Kundschaft besteht aus rund 90% Herren und 10% Damen. Das liegt in erster Linie an der Mode. Damenschuhe unterliegen sehr stark der Mode.
Daher kaufen unsere weiblichen Kunden auch eher klassische Pumps oder Stiefel und Stiefeletten als aktuelles modisches Schuhwerk.
gentleys: Warum sind Maßschuhe der Gesundheit dienlich?
Matthias Vickermann: Durch die hohe Passgenauigkeit stellen wir eine perfekte Schuhform sicher. Schließlich wirkt sich ein gut sitzender Schuh auf den gesamten Körper aus. Durch die Verwendung orthopädischer Komponenten(wie Pufferschichten im Absatzblock, Pelotten und Seitenranderhöhungen
im Fußbett) können wir gezielt Fußproblemen entgegenwirken.
gentleys: Wie pflege ich einen so wertvollen Schuh richtig?
Matthias Vickermann: Die richtige Pflege eines Paar Schuhe ist denkbar einfach. Das Wichtigste ist der Schuhspanner: Sobald man abends seine Schuhe auszieht, sollte man sofort die Schuhspanner hineinsetzen. Erst am übernächsten Tag sollte man die Schuhe wieder anziehen.
Dadurch stellt man sicher, dass der aggressive Fußschweiß durch die Spanner absorbiert wurde.
Wenn man dann regelmäßig die Schuhe noch mit guter Schuhcreme pflegt, kann man sich gewiss sein, dass man sehr lange Freude an seinen Schuhen haben wird.
gentleys: Aus welchem Material, das Sie bisher noch nicht verwendet haben, würden Sie gern einmal einen Schuh fertigen?
Matthias Vickermann: Das kann ich leider nicht beantworten, da wir alles, was auch legal in Deutschland zu importieren und zu verarbeiten ist auch schon in der Schuhherstellung verwendet haben.
Wobei die Haut des Rochens in letzter Zeit schon das ausgefallenste Leder darstellt.
gentleys: Gummi- oder Ledersohle?
Matthias Vickermann: Ledersohle, da sie atmungsaktiv ist und einfach besser zu einem eleganten Herrenhalbschuh passt. Außer bei Stiefeln und Sportschuhen, akzeptiere ich persönlich auch Gummisohlen, da diese bei Funktionsschuhwerk angebrachter sind.
Wir danken Herrn Vickermann sehr herzlich für das Interview.
Artikelfoto © Florian Biber – Fotolia.com
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