Dass Fräulein out ist,
hat sich inzwischen herumgesprochen. Nur wenn eine Frau darauf besteht – bei älteren Damen ist das manchmal der Fall – sollte diese Anrede noch gebraucht werden. Frau und Herr sind in Deutschland die gängigen Formen, bei denen akademische Titel, wenn vorhanden, mit genannt werden.
Mehrere Titel
Hat jemand mehrere Titel, wird in der Anrede davon nur der höchste gewählt. Aus Frau Professor Dr. Dr. Karin Feibel wird also Frau Professor Feibel. Die seit kurzem auch mögliche weibliche Form “Professorin” hat sich zwar noch nicht überall durchgesetzt, gilt aber nicht mehr als falsch.
Akademische Titel stehen grundsätzlich nur dem zu, der promoviert hat. Die frühere Angewohnheit, die Ehefrau eines Doktors mit Frau Doktor anzusprechen, ist überholt, und auch der umgekehrte Fall – dem Mann den Titel der Ehefrau einfach “zu schenken”- hat sich nicht eingebürgert. Akademische Titel werden in der Anrede generell mitgenannt. Erst wenn ein/e Titelträger/in von sich aus darum bittet, nur mit dem Namen angesprochen zu werden, geht der höfliche Gesprächspartner dazu über.
Funktions-, Berufs- und Beamtentitel werden üblicherweise nur noch dann gebraucht, wenn die betreffende Person offiziell in der damit verbundenen Funktion auftritt. Wenn also zum Beispiel ein Oberstadtdirektor bei der Einweihung eines öffentlichen Gebäudes begrüßt wird, ist es richtig, ihn mit den Worten einzuführen: Ich freue mich, Herrn Oberstadtdirektor Doktor Niemann als Eröffnungsredner begrüßen zu dürfen. Kauft derselbe Herr drei Stunden später in seiner Stammboutique einen neuen Anzug, ist es durchaus korrekt, ihn mit: Guten Tag, Herr Doktor Niemann zu empfangen. Anreden wie Frau Lehrerin, Herr Oberamtmann oder Frau Diplomingenieurin werden in Deutschland inzwischen durch den Namen ersetzt. Ob innerhalb einer Firma der Chef mit Herr Direktor angesprochen wird, hängt von der Entscheidung des Einzelnen ab. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass auch hier immer mehr der Wunsch geäußert wird, zum Namen überzugehen.
Doppelnamen
Doppelnamen sollten immer beachtet werden. Besonders Frauen, die sich zu einem solchen entschlossen haben, legen zum Teil großen Wert darauf, ihn auch komplett zu hören. Dies gilt besonders für die schriftliche Form.
Adelstitel
Für Adelstitel gilt das Gleiche wie für akademische Titel: Sie werden mit ausgesprochen, solange eine Titelträgerin oder ein Titelträger nicht von sich aus sagt: Ich möchte lieber mit Frau von Geranienburg, Herr Meyer zu Bültmann angesprochen werden. Im Geschäftsleben ist es empfehlenswert, sich zu erkundigen, welche Anredeform gewünscht wird, weil es hier große Unterschiede gibt. Längst nicht jeder Prinz oder jede Fürstin zum Beispiel möchte mit ihrem Titel oder sogar mit Hoheit angeredet werden. Wenn doch, entfällt der Zusatz Herr oder Frau. Guten Tag, Gräfin Thiesenhausen oder Prinz Henrichsburg, darf ich Ihnen einen Tee anbieten? ist die korrekte Form. Freifrau und Freiherr werden nur im Schriftverkehr bei der Adresse und auf Visitenkarten zum Beispiel gebraucht. In der Anrede wird daraus, je nach Region, Frau (Herr) von Hagedorn oder Baron(in) Hagedorn, ohne das von.
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