“Interessiere Dich für andere, wenn Du haben willst, dass andere sich für Dich interessieren. Respektiere Dich selbst, wenn Du willst, dass andere Dich respektieren sollen.”
Adolph Freiherr von Knigge
Wer reicht wem die Hand?
Die traditionelle Regel gab hierfür, genauso wie für das Vorstellen alter Art (siehe dort), die Begriffe “höher gesteIIt“ und “niedriger gesteIIt“ als Hilfe zum Finden der Reihenfolge an. Auch wenn wir in der heutigen Zeit diese Worte eigentlich nur noch mit Anführungszeichen benutzen, wird im beruflichen Miteinander – im Gegensatz zum Privatleben – die Betriebshierarchie nach wie vor beachtet. Ein Azubi sollte zum Beispiel nicht dem Chef die Hand hinstrecken, sondern abwarten, ob dieser überhaupt eine Begrüßung mit Handschlag wünscht.
Ob eine relativ junge Kundenberaterin oder ein junger Berater einer wesentlich älteren Kundin oder einem deutlich älteren Kunden als Erste(r) die Hand reicht, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Grundsätzlich sind ältere Menschen mit der Tradition groß geworden, dass ihnen die Entscheidung zusteht, die Hand zu reichen oder nicht. In den meisten Fällen werden sie dies auch tun, messen sie doch – ebenfalls aus der Tradition heraus – dem Handschlag immer noch eine größere Bedeutung bei als viele jüngere Menschen, die das dauernde Händeschütteln recht “nervig” finden. Eine freundlich zum Gruß hingestreckte Hand eines Beraters kann auch ein Eisbrecher sein. Dann nämlich, wenn ein älterer Besucher zögernd, vielleicht sogar unsicher wirkend, den Raum betritt.
Grundsätzlich gilt:
die Dame reicht dem Herrn die Hand
ein wesentlich älterer dem jüngeren Menschen die Hand, wobei die Betonung auf wesentlich liegt, bei Generationsunterschieden also. Kleine Altersunterschiede werden, im Gegensatz zu früher, nicht mehr beachtet.
derjenige, der in der Betriebshierarchie den höheren Rang einnimmt, reicht – unabhängig von Geschlecht und Alter – als Erster die Hand.
Artikelfoto © Yuri Arcurs – Fotolia.com
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