Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung spürt der Betroffene abwechselnd die Symptome einer Psychose und einer Neurose, was jedoch in der Regel nicht sofort zu erkennen ist. Häufig werden die Leiden des Borderline-Patienten falsch eingeordnet oder nicht richtig erkannt und Symptome, wie zum Beispiel Angstreaktionen, Dissoziative Störungen, Depressionen, Suizidalität oder Konversionssymptome anderen Ursachen zugeschrieben. Zudem wird ein verantwortungsbewusster Therapeut eine Borderline-Persönlichkeitsstörung erst ab einem bestimmten Alter diagnostizieren.

Der Alltag mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Immer wieder begegnet man Vorurteilen, die Borderline-Patienten als impulsive und unberechenbare Menschen darstellen, die sich und ihr Umfeld gefährden. Tatsächlich jedoch ist die Persönlichkeitsstörung eine Krankheit, die sich nicht bei jedem gleich auswirkt und verschiedene Formen annehmen kann. Zudem umfasst die Krankheit einen ungeheuren Leidensdruck für den Betroffenen. Impulsives Verhalten und strake Stimmungsschwankungen gehören häufig genauso zum täglichen Leben wie soziale Anpassungsschwierigkeiten. Zudem berichten Borderline-Patienten häufig von einem Gefühl der inneren Leere und von einer veränderten Wahrnehmung ihrer Umgebung und sich selbst gegenüber. Nicht selten führen die Symptome und das Leid des Betroffenen zu einem selbstverletzenden Verhalten in verschiedenem Ausmaß. Typisch sind auch starke Probleme in Beziehungen jeder Art. Die eigene instabile Persönlichkeit des Betroffenen, ihr impulsives Verhalten und die extreme Angst vor dem Verlassen werden machen eine funktionierende Beziehung fast unmöglich. Häufig findet man als Ursache für die Persönlichkeitsstörung auch traumatische Erlebnisse wie zum Beispiel Missbrauch in unterschiedlicher Form, was zusätzlich zu den Problemen in Partnerschaften beiträgt.

Welche Hilfe gibt es bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen?

Viele Borderline-Patienten haben aufgrund ihrer vielfältigen Symptome bereits eine lange Laufbahn mit unterschiedlichen Therapien hinter sich. Grundsätzlich können Verhaltenstherapien, tiefenpsychologisch fundierte Therapien oder aber eine klassische Psychoanalyse eine große Hilfe darstellen, um zum einen mit verschiedenen Symptomen besser umgehen zu können und zum anderen eine umfassende Diagnose zu bekommen. Dennoch ist eine Therapie keine Garantie für eine Heilung. Vielmehr sollte sie als ein erster Schritt in die richtige Richtung gesehen werden.

Gezielte Therapie bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Speziell für Borderline-Patienten gibt es seit einiger Zeit die Dialektisch Behaviorale Therapie, die sich von der kognitiven Verhaltenstherapie ableitet und eine sehr gute Erfolgsquote aufweist. Da nicht alle Borderliner gleich reagieren und sich die Krankheit unterschiedlich auswirkt, ist auch die Therapie und die Behandlungsstruktur flexibel und passt sich genau dem Patienten an. Sowohl die Ursachen für die Persönlichkeitsstörung, als auch die Verhaltensformen des Betroffenen sollen bei dieser Form der Therapie aufgeklärt und behandelt werden. Ziel der Therapie ist es, dass der Patient neue Verhaltensweisen erlernt und somit den Alltag besser bewältigen kann.

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Foto: (c) havlena – www.pixelio.de

1 Kommentar

  1. • Borderline Störung: Was hinter dieser Krankheit steckt | Mister Info kommentierte,

    [...] http://gentleys.com/die-borderline-personlichkeitsstorung-erkennen-und-behandeln/ [...]

    Geschrieben am 9. Juni 2010 at 21:44

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