Ein weiteres typisches Männerleiden sind Erektionsprobleme. Seien Sie misstrauisch, wenn Ihnen andere Männer erzählen, was für Hengste sie im Bett sind. Fachärzte der Kölner Uniklinik befragten 8.000 Männer nach ihrem Liebesleben und fanden heraus, Tabletten zur Potenzsteigerungdass jeder Fünfte nicht so kann wie er will. Viele von ihnen waren zwischen 30 und 40 Jahre alt. Bei sieben Prozent diagnostizierten die Ärzte eine „erektile Dysfunktion“ (Potenzstörung), die behandelt werden sollte.

Die Flaute zwischen den Beinen kann viele Ursachen haben. Typische Lustkiller sind Stress im Büro oder seelische Belastungen. Manchmal vergessen wir Männer auch, dass Sex kein Sport ist, bei dem der Penis auf Kommando mit Standhaftigkeit glänzt. Von wirklicher Impotenz spricht man erst, wenn Männer drei bis sechs Monate keine stramme Erektion mehr hatten.

Auch schon vor Viagra gab es effektive Möglichkeiten, etwas gegen Potenzstörungen zu tun. Hat der Arzt körperliche Ursachen ausgeschlossen,

kann er in eine ganze Schatzkiste von Hilfsmitteln greifen. Dazu gehören Vakuumpumpen, mit denen durch Unterdruck der Blutfluss in die Schwellkörper erhöht wird. Ein Penisring verhindert dann, dass dieses Blut wieder abfließt. Bei der Skat-Methode (Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie) wird mit einer kleinen Nadel eine Substanz direkt in die Blutgefäße des Penis gespritzt, die dann für die Erektion sorgt. Eine andere Möglichkeit sind Penisprothesen, die es in zwei Varianten gibt. Entweder werden die Schwellkörper durch Kunststoffstäbe ersetzt, die sich bei Bedarf hochklappen lassen, oder es wird eine hydraulische Prothese implantiert. Beim Sex drückt der Mann auf ein kleines Ventil im Hodensack und aktiviert damit eine Pumpe, die aus einem Reservoir in der Bauchhöhle eine Flüssigkeit in einen Zylinder im Penis pumpt. Bei anderen Stehhilfen wie Salben und Pillen, die es zum Beispiel im Internet zu bestellen gibt, sollten Sie eher misstrauisch sein.

1998 begann ein neues Zeitalter in der Impotenzbehandlung. Eigentlich wollte der Pharmakonzern Pfizer ein neues Herzmedikament entwickeln. Dabei bekamen die Männer, die Sildenafil (Handelsnamen: Viagra, Cialis, Levitra) testeten, oft lang andauernde Erektionen. Pfizer machte die Nebenwirkung zur Hauptwirkung und landete damit den Coup, den viele Männer sehnsüchtig erwarteten. Inzwischen ist die Euphorie etwas abgeklungen. Zwar steigert Sildenafil zuverlässig die Potenz, aber es funktioniert nur, wenn Kopf und Körper auch zum Sex bereit sind. Dazu muss die Pille etwa eine Stunde vor dem Sex geschluckt werden. Die Wirkung hält dann bis zu vier Stunden an. Nicht ohne Grund ist Sildenafil verschreibungspflichtig, denn es kann üble Nebenwirkungen haben. Fragen Sie also unbedingt Ihren Arzt und besorgen Sie es sich nicht irgendwo, sondern in einer Apotheke. Nicht überall, wo Viagra draufsteht, ist auch Viagra drin.

Glaubt man Oswalt Kolle (76), der als Sexaufklärer in den 60er Jahren das Liebesleben unserer Eltern revolutionierte und sich heute für Sex im Alter stark macht, sind einem erfüllten Sexleben keine natürlichen Altersgrenzen gesetzt. Einzige Voraussetzung: use it or loose it. Wer also auch im Alter noch Spaß am Sex haben will, sollte regelmäßig trainieren. Es gibt spezielle Fachärzte, die sich um Ihr bestes Stück kümmern. Verfechter der Gender Medicine fordern seit einigen Jahren, dass der Facharzt für Männerheilkunde (Androloge) ebenso selbstverständlich werden muss wie der Gynäkologe für Frauen. Andrologen verstehen sich als ganzheitliche Männermediziner, die nicht nur für ein bestimmtes Organ zuständig sind, und kennen sich auch mit Hormonbehandlungen für Männer aus. Bisher bleibt oft nur der Weg zum Urologen, der Experte für Nieren, Harnwege und männliche Geschlechtsorgane ist. Spezialisten mit andrologischer Zusatzausbildung findet man vor allem an Universitätskliniken. Auskunft geben Suchmaschinen im Internet (www.derprivatpatient.de) oder die Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen. Infos über Hilfen bei Potenzmittel finden Sie im eBook „Erotic Pills“ des Verlags.

Webtipp:

Die International Society for Men’s Health and Gender in Wien (www.ismh.org) gibt Infos zu Kampagnen und Aktionstagen rund um die Männermedizin. Peergroup-Beratung und Adressen von spezialisierten Behandlungszentren in ganz Deutschland bietet die Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (www.impotenz-selbsthilfe.de).

Lesen Sie auch, warum Sie bei Prostataproblemen einen Arzt aufsuchen sollten.

-
Artikelfoto © Tortenboxer – Fotolia.com
-

Popularity: 2% [?]

1 Kommentar

  1. Männerguide » Blog Archive » Alarmstufe Rot für Herzinfarkte – Risiken vermindern kommentierte,

    [...] Erektionsstörungen: Lesen Sie auch, welche Mittel es zur Behebung gibt. AKPC_IDS += "693,";Popularity: 1% [?] [...]

    Geschrieben am 16. Oktober 2009 at 10:28

Kommentar schreiben:


© 2009 Media Innovation GmbH