Was darf Mann nicht tragen? Modesünden wechseln genauso häufig wie die Mode selbst. Was gestern noch verpönt war, kann heute schon wieder als Avantgarde durchgehen. Einige Fauxpas aber werden wohl auf ewig bleiben. Unsere Modesündenliste ist bereits über drei Jahre alt — Zeit also, sie wieder hervorzukramen und um weitere Mode-No-Gos für den Mann zu ergänzen.

Neonfarben

Wer die Neunziger in Sachen Mode nicht bewusst miterlebt hat (wie beispielsweise die heutigen Mitte Zwanziger), sollte nicht versuchen, diese Dekade nachzuholen. Auch, wenn die Modehersteller uns Anderes diktieren wollen. Neonfarben erleben nach Karottenhosen ein Revival, das fürchterlicher nicht sein könnte. Wer mit grell stahlender Bekleidung das Haus verlässt, sollte nur eine Destination haben: den Club. Bei Tageslicht zerschießt man(n) als Neonfarbenträger seinen Mitbürgern nämlich die Netzhaut mit stechendem Pink, Gelb oder Grün.

Rosatöne

Am anderen Ende der Farbskala befinden sich weitere Extreme: Rosa-, Rosé- und Zartfliedertöne. Jahrzehntelang galten sie in der Männermode als verpönt, als aber Pastelltöne den amerikanischen, snobistischen Preppie-Look fest im Griff hatten und nicht mehr losließen, schwappte die rosa Welle nach Europa. Als die echten Männer die Schweinchenfarbe satt hatten, wurde sie von jungen BWL- und Jura-Studenten wiederbelebt. In ihren Polos flanierten sie über den Campus zum nächstgelegenen Golfplatz … Wer es richtig machen will, sollte auf Polos aus Shirtstoff in gedeckten Farben setzen. (Und wo wir schon dabei sind: Ein Polohemd-Kragen sollte niemals, wirklich niemals, hochgestellt werden.) Noch viel fieser sind hingegen rosa Hosen. Auch hier gilt: lieber aussortieren als blamieren.

So ist es richtig: Polo in gedeckten Farben. (Quelle: Esprit.de)

Faux-Nerdbrillen

Natürlich kaufen wir uns Ray-Ban-Gestelle und greifen nicht zum Fielmann-Modell aus der Krankenkassenzuschuss-Abteilung. Aber diejenigen unter uns, die meinen, sie müssten nun unbedingt ein Nasenfahrrad tragen und ihre Retrogestelle mit bloßem Fensterglas bestücken, den wird jeder Lichteinfall, der sich im Glas unangenehm spiegelt, sofort als Blender enttarnen. Die Nerd-Brille für Nicht-Nerds ist mittlerweile nur noch zum Gähnen.

Baseballcaps

Ein Baseballcap kann ein noch so stimmig zusammengestelltes Outfit ruinieren. Männer, die der Pubertät Auf Wiedersehen gesagt haben, sollten unbedingt auf eine solche Kappe verzichten. Eine Schiebermütze hingegen ist in Ordnung.

Cargohosen

Wenn man nicht zum Angeln geht oder den Haushaltshandwerker spielt, ist eine weite Hose mit gefüllten Seitentaschen ein ästhetisches Greul. Denn sobald etwas in den Taschen ist, muss die Hose, sollte sie nicht hundertprozentig sitzen, alle paar Schritte hochgezogen werden. Ähnliches passiert natürlich auch bei einer normalen Jeansgesäßtasche, aus der eine riesige Portemonnaie-Beule herausragt, die mit ihrem Gewicht die Hüfthose zum Klempnerdekolleté macht. Aber die Cargohose verleitet geradewegs dazu, die Taschen voll zu machen. Im umgekehrten Fall sieht sie ohne Inhalt mindestens genauso albern aus. Der Super-GAU: in kurz und mit Aufdruck.

Kommentar schreiben:


© 2013 Media Innovation GmbH