Beim Wort Essstörung, wird unweigerlich der Gedanke an schon tödlich abgemagerte junge Mädchen oder junge Frauen wach, welche sich mit Essen voll stopfen, um es anschließend willkürlich herbeigeführt wieder zu erbrechen. Hier ist die Rede von Menschen, die an Magersucht (Anorexie) oder Ess-Brech-Sucht (Bulimie) erkrankt sind. Die große Gruppe der an Adipositas (Fettsucht) erkrankten Menschen wird oft weniger bedacht. Noch heute wird im deutschsprachigen Raum nicht zwischen Fettleibigkeit und Fettsucht differenziert. Beides muss aber nicht Hand in Hand gehen. Ein an Adipositas erkrankter Mensch ist esssüchtig und kompensiert es nicht durch Erbrechen. Ein Körpergewicht, welches häufig 30 Prozent über dem Normalgewicht liegt, ist die Folge. Das zwanghafte Handeln lässt die Krankheit erkennen.

Essstörungen Sie eine Krankheit


Gemeinsam haben all diese Essstörungen zwei Merkmale: Sie sind Suchterkrankungen, lösen einen hohen Leidensgrad aus und sind oft lebensbedrohlich. Die Ursachen der Essstörungen können durchaus banaler Art, oder auch schwerwiegende seelische Verletzungen oder Traumata sein. Unmissverständlich muss sein, dass niemand allein aus diesem Teufelskreis entkommt. Therapeutische Hilfe oder Anleitung darf und muss hier in Anspruch genommen werden. Selbsthilfegruppen können wertvolle Stützen sein.

Hilfe für Betroffene


Doch Essstörungen bewegen sich auf einer Skala von Weiß nach Schwarz. Es gibt viele Grautöne. Einem täglichen Leidensdruck und Kontrollverlust sind auch all jene Personen ausgeliefert, die bei ständig wiederkehrenden Essattacken Kontrollverlust und Leidensdruck erfahren. Es sind die so genannten Gewohnheitsesser, bei denen die Essstörung oft erzieherisch herbeigeführt wurde. Oder Menschen, die bei jeglichem emotionalen Überschwang überessen. Sie sind vor allem bekannt als “Frustfresser”. Im englischsprachigen Raum wird diese Essstörung als „Binge Eating“ bezeichnet.

Für alle diese Betroffenen ist erste Hilfe zur Selbsthilfe möglich.                                                                                                                                        Ein einfaches Regelwerk hilft bei der Orientierung und Rückgewinnung der Kontrolle:
Schritt 1: Das Selbstwertgefühl: Verdeutliche dir, dass du es wert bist, dich selbst zu achten und dir Gutes zu tun.

Schritt 2: Schaffe all die Lebensmittel fort, zu denen du beim Überessen greifst.  Bedenke: Ein erfolgreicher „trockener Alkoholiker“ hat selten alkoholische Getränke im Haus! Versuche stattdessen dich auf Lebensmittel mit vielen Vitalstoffen wie Obst und Gemüse zu beschränken. Meide Lebensmittel mit hohem Zuckeranteil und viel Stärke (z.B. Süßigkeiten, Kuchen, weißes Brot und Nudeln). Doch schaffe vor allem deine persönlichen “Rotlicht-Lebensmittel” fort.

Schritt 3: Führe ein Esstagebuch! Schreibe genau auf, wann du was ist, und ob es auslösende Situationen gab. Wie ein Haushaltsbuch wird es dir allmählich helfen, Defizite zu erkennen.

Schritt 4: Finde einen Weg, die Seele baumeln zu lassen. Lerne dich vom Alltag zu lösen. Anlehnung bietet das autogene Training. Stelle Dir Orte vor, an denen du gerne wärst. Höre Musik, nimm eine Dusche oder ein Bad. Stell das Telefon und die Schelle ab! Aber auch in deinen Tagträumen, machst du einen Bogen um Schlemmerorgien jeglicher Art. Ersetze deinen Heißhunger durch andere schöne Dinge! Du wirst herausfinden, was dich glücklich macht.

Schritt 5: Vertraue dich jemandem an. Sprich mit einem Freund über dein Problem. Du wirst dich erleichtert fühlen.

Sollten Deine Essstörungen sich ausweiten, zögere nicht einen Arzt zu konsultieren.

Foto: (c) by sassi – www.pixelio.de

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