Es gibt auch in Europa eine ganze Reihe giftiger Pflanzen und Reptilien. Von manchen Reptilien und Pflanzen geht eine tödliche Gefahr aus. Das gilt insbesondere beim Verzehr der Pflanzen oder durch Stiche der Reptilien. Auch Schlangenbisse können tödlich enden. Wer Kinder hat sollte deshalb im Umgang mit giftigen Pflanzen und Reptilien vorsichtig sein. Wir sagen Ihnen, wie Sie problemlos giftige Pflanzen und Reptilien identifizieren können.

Giftige Pflanzenarten

Pflanzen wirken entweder durch das Essen von Bestandteilen oder durch die Berührung giftig. Zimmer und Gartenpflanzen sollten möglichst ungiftig sein, um vor allem Kinder oder Haustiere nicht zu gefährden. Es gibt in Mitteleuropa ca. 50 Familien, die giftige Pflanzen enthalten. Wie der Körper auf das Gift reagiert, hängt von der erblichen Veranlagung, der Giftmenge und der körperlichen Verfassung des Betroffenen ab.

Einige giftige Zimmerpflanzen

Bekannte giftige und häufige Zimmerpflanzen sind das Alpenveilchen, dessen Blätter und Knolle zu Schwindel, Kreislaufbeschwerden und Krämpfen führen kann. Alle Teile von Efeu sowie Dieffenbachia sind giftig und führen zu Magenproblemen und Fieber (Efeu) bzw. Brechreiz, Hautreizungen und Herzrhythmusstörung (Dieffenbachia).

Auswahl giftiger Gartenpflanzen

Aprikosen und Auberginen

Bei Aprikosen (Marillen) führt der Samen zu Übelkeit, Krämpfen, Erbrechen, Atemnot oder Krämpfen. Auch die grünen Teile sowie unreife Früchte von Auberginen führen zum Durchfall bis hin zur Atemlähmung (lebensbedrohlich!). Bei Bärenklau und Bilsenkraut sind es alle Bestandteile, die zu Rötung, Blasen und Juckreiz sowie zu Verbrennungen des 1. und 2. Grades (Bärenklau) und zu Herzbeschwerden und Halluzinationen (Bilsenkraut) führen können. Beim Buchsbaum sind es alle Pflanzenteile, vor allem aber die Blätter, die für Erbrechen, Krämpfe und schließlich den Tod verantwortlich sind. Alle Pflanzenteile der Christrose sind sehr giftig und führen zu Herzbeschwerden.

Eiben und Engelstrompeten

Ebenso sind Eiben oder Engelstrompeten sehr giftig und führen zu Bewusstseinstrübungen, Kreislaufstörungen und schließlich den Tod durch Atemlähmung bzw. Herzversagen. Die Blätter des sehr giftigen roten Fingerhutes sind verantwortlich für Entzündungen, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Halluzinationen oder Herzrhythmusstörungen. Auch rohe Gartenbohnen und ihre Samen sind sehr giftig, wodurch es zu Krampfanfällen, Fieber, Erbrechen und Schockzuständen kommen kann.

Oleander und Rhododendron

Bei Herbstzeitlose führen alle Pflanzenteile bereits bei einer Dosis von 20-40 mg zu Übelkeit und zum Tod durch zentrale Lähmung des Atemsystems. Rohe Beeren, Triebe, Blätter oder Rinde von Holunder sowie die Zwiebeln von Hyazinthe erzeugen Brechreiz. Stängel und im Boden befindliche Pflanzenteile von Iris sorgen für Verdauungsstörungen. Blätter und Blüten von Maiglöckchen verursachen Herzrhythmusstörungen, Blätter und Zweige von Oleander hingegen sind für Verdauungsstörungen verantwortlich. Ebenso führen alle Pflanzenteile des Rhododendrons zu Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Krämpfen.

Rhabarber und Tollkirsche

Blätter von Rhabarber können Krämpfe und Nierenstörungen auslösen. Selbst die über der Erde befindlichen Pflanzenteile sowie grüne Knollen von Kartoffeln können zu Durchfall und Atemlähmung führen. Grüne Teile und unreife Tomaten sind verantwortlich für Durchfalltod und Atemlähmung.  Alle Pflanzenteile der Tollkirsche sind sehr giftig und führen zu Halluzinationen, Schüttelkrämpfen, Tobsuchtsanfällen und schließlich zum Tode.

Weitere Giftpflanzen

In unseren Gärten wachsen oft noch viele weitere Pflanzen, die aufgrund ihrer Blüten- und Farbenpracht schön anzusehen sind, die aber leider für uns Menschen aufgrund ihrer verborgenen Giftstoffe auch gefährlich werden können. Oft ist auch hier nicht einmal bekannt, dass es sich um Giftpflanzen handelt. Hierzu zählen dann unter anderem der in der bayerischen Alpenregion verbreitete blaue Eisenhut, der Fingerhut (gelb und rot), die Herbstzeitlose und auch der Goldregen. Hier finden Sie einen Überblick von 15 der giftigsten Pflanzen in Deutschland.

Giftige Reptilien

Schlangen und Frösche

Neben Schlangen gibt es noch weitere giftige Reptilien. So ist zum Beispiel der kleine bunte Pfeilgiftfrosch das giftigste Tieren weltweit. Er stammt aus den Urwäldern von Süd- und Mittelamerika. Über seine Haut sondert er ein äußerst giftiges Sekret ab, welches im menschlichen Blutkreislauf zu Atem- und Muskellähmungen führt. Der Tod tritt innerhalb von etwa 20 Minuten ein.

Gefahr aus dem Meer

In den tropischen Regionen der Meere lebt die Plattschwanz-Seeschlange im indischen Ozean und Pazifik. Sie hat das stärkste Schlangengift, deutlich wirksamer als das einer Kobra. Beißt diese Schlange, so treten Erbrechen, Übelkeit und Lähmungserscheinungen auf; nicht selten ist die Wirkung tödlich. Eine weitere hochgiftige Schlange ist der in Australien lebende Taipan. Mit einem Biss könnte die abgesonderte Giftmenge 100 erwachsene Menschen töten.

Giftige Reptilien in Deutschland

In Deutschland zählen der Feuersalamander, der Alpensalamander, die Aspisviper und die Kreuzotter zu den giftigen Reptilien. Die beiden letztgenannten Schlangen werden je bis zu etwa einem Meter lang. Obwohl das Gift der Kreuzotter sehr stark ist, ist ein Biss für gesunde Erwachsene nicht tödlich, Kinder mit weniger als 30 Kilogramm Körpergewicht oder ältere Menschen sollten allerdings vorsichtig sein.

Tipps:

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Die natürlichen Feinde des Menschen finden Sie hier

Foto: Gitti – www.pixelio.de

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