Plötzlich auftretender juckender Ausschlag könnte auf eine Pilzerkrankung hindeuten. Um welche Art von Pilzerkrankungen es sich handelt, kann der erfahrene Mediziner in vielen Fällen schon anhand äußerer, sichtbarer Erkennungsmerkmale feststellen. Endgültig Aufschluss gibt aber eine Pilzkultur. Hier erfahren Sie, wie Sie Pilzerkrankungen erkennen und welche Hinweise entscheident sind.
Anhand äußerer Merkmale den Pilzen auf der Spur
So sind zum Beispiel bei einem Kopfpilz typische, kreisrunde Haarausfälle zu beobachten, die den Übeltäter bereits dingfest machen. Bei einem Hautpilz gibt das typische Hautbild Aufschluss darüber, ob es sich um eine harmlose Kleie-Pilzflechte handelt oder doch eher um eine Infektion mit einem Hefepilz. Ein Nagelpilz ist sehr gut an der Verfärbung und dem späteren bröseligen Zerfallen des ganzen Nagels erkennbar.
Symptome geben entscheidende Hinweise
Neben den sichtbaren Zeichen einer Pilzerkrankung kann der Patient durch eine genaue Beschreibung der Symptome dem Arzt bei der Identifizierung des auslösenden Pilzes helfen. Neben dem lästigen Juckreiz weisen viele Pilzerkrankungen für sie typische Symptome auf. So ist zum Beispiel bei einem Befall mit dem Hefepilz Candida albicans im Darm neben dem Afterjucken auch das Entstehen von unangenehmen Blähungen ein typisches Zeichen für das Vorhandensein dieser Schmarotzer.
Kandidosen und der Soor lassen sich auch sehr gut an den weißlichen Belägen erkennen, die sich beim Mundsoor zum Beispiel auf der Mundschleimhaut bilden. Bei einem Genitalsoor kommt es neben weißlichen Belägen auf den Schleimhäuten auch zu einem weißlichen, vom Geruch her an Brot erinnernden Ausfluss, einer Schwellung der inneren und äußeren Schamlippen sowie einer Rötung bis hin zu blutigen Einrissen, die sehr schmerzhaft sein können.
Diagnose mittels Pilzkultur
Normalerweise wird zur Diagnose eine Pilzkultur angelegt. Dafür wird ein Abstrich aus dem betroffenen Bereich angelegt. Die Entwicklung der Kultur wird nach einigen Tagen im Labor ausgewertet. Je nachdem, welche Art von Pilz identifiziert wurde, richtet sich die daran anschließende Behandlung.
Eine solche Kultur wird auch dann angelegt, wenn die Diagnose eigentlich eindeutig war und der Patient auf die Infektion mit dem Hefepilz Candida albicans hin behandelt worden ist, sich aber nach Wochen- oder monatelanger Behandlung keine Erfolge abzeichnen. Dann muss abgeklärt werden, ob es sich um eine der aggressiveren und schwer behandelbaren Hefepilzformen wie den Candida glabrata, den Candida tropicalis oder den Candida krusei handelt.
Wenn die Pilzkultur aus der betreffenden Region des Körpers nicht eindeutig war oder die Beschwerden hauptsächlich auf den Darm beschränkt sind, wird normalerweise eine Stuhlprobe entnommen, von der ein kleiner Teil als Pilzkultur angelegt wird.
Von der richtigen Diagnose zur wirksamen Therapie
Erst wenn der Erreger eindeutig feststeht, kann eine Behandlung auch den gewünschten Erfolg bringen. Bei Pilzerkrankungen, die sich auf die Oberfläche der Haut beschränken, wird in der Regel mit antimykotischen Salben behandelt. Zusätzlich können während oder nach der Behandlung bestimmte Hautpflegepräparate notwendig sein, weil ein Ziel der Antipilzbehandlung zunächst einmal eine Austrocknung des Lebensraums der Pilze ist.
Wenn es sich um einen Genitalsoor oder um einen Pilzbefall des Darms oder der Organe handelt, wird der Patient nicht um eine Behandlung mit Zäpfchen und oral einzunehmenden Antimykotika herumkommen. In sehr hartnäckigen Fällen steht den Patienten eine sehr langwierige Behandlung in Tablettenform und in Form von einer über mehrere Monate andauernden Immunisierung bevor.
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Behandlung der Pilz-Erkrankung durch einen Heilpraktiker
Foto: (c) Poohstrid – www.pixelio.de
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