Navigationsgeräte werden beinahe von jedem Autofahrer genutzt, um in kürzester Zeit und ohne lästiges Suchen auf der Karte ans Ziel zu gelangen. Durch ein paar Klicks hat man den Bestimmungsort eingegeben, die Navigation übernimmt das Gerät. Modernste Handys verfügen mittlerweile ebenfalls über integrierte Programme für die Navigation, so dass diese mit günstigen Navigationsgeräten durchaus mithalten können. Doch egal, welches Endgerät genutzt wird, eine Bedienung unter der Fahrt lenkt den Fahrer bewusst vom Verkehr ab wird und somit bei Unfällen als grob fahrlässig gehandelt. Das Bedienen eines Handys als Navigationshilfe ist jedoch generell verboten, da hier nicht die eigentliche Tätigkeit, sondern die Nutzung eines Handys selbst als Straftat gilt. Diese wird in Flensburg mit einem Punkt geahndet.

Häufig treten unter der Fahrt unvorhergesehene Ereignisse ein, die zu einer Änderung der Zieladresse oder anderen Einstellungen führen. Da die Änderung durch wenige Klicks auf den Touchscreen erledigt ist, wird man schnell dazu verleitet, dies während der Fahrt im Auto oder Lieferwagen zu tun. Dies führt allerdings dazu, dass sich nicht mehr auf den voran fahrenden Verkehr konzentriert wird und ein Unfall die Folge sein kann.

Leistungsverweigerung bei Versicherungen

Viele Versicherer reagieren jedoch sogar bei nicht selbst verschuldeten Unfällen so, dass eine Leistungserbringung verweigert wird, da der Fahrer wissentlich eine Gefährdung des Straßenverkehrs in Kauf genommen hat. Damit trägt der Fahrzeugbesitzer den kompletten Schaden seines sowie des Unfallgegners, was sehr schnell bei mehreren Tausend Euro liegen kann. Auch Gerichte sind in dieser Beziehung hart und sprechen dem Navigationsgerätebenutzer eine Teilschuld zu, was zur Folge hat, dass er auf seinen eigenen Kosten sitzen bleibt.

Wer solch ein Szenario vermeiden möchte, tut gut daran, Eingaben und Änderungen zur Navigation generell nur im stehenden Fahrzeug durchzuführen, so dass eine Ablenkung erst gar nicht erfolgen kann. Wer den nächsten Parkplatz ansteuert oder auf weniger frequentierten Straßen an den Seitenstreifen fährt, kann ungestört alle wichtigen Daten zur Navigation in das Gerät eingeben, es lauter oder leiser stellen oder sonstige Einstellungen ändern und riskiert keine Unfälle mit finanziellen Folgen.

Auch die Nutzung eines Navigationsgerätes mit integrierter Sprachsteuerung kann sinnvoll sein, auch wenn diese bei der Anschaffung einen etwas höheren Kaufpreis aufweisen. Dieser ist jedoch im Verhältnis gering, wenn man statt dessen die ganzen Kosten eines Unfalls trägen müsste.

Autor: Stefan Ricks

Artikelfoto © Tatjana Balzer – Fotolia.com

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