Die Frage, ob Multiple Orgasmen möglich sind oder nicht, dürfte sich jedes Paar schon einmal gestellt haben. Die landläufige Meinung lautet nein, doch warum reden dann so viele darüber und schwärmen davon, diesen unbeschreiblichen Genuss regelmäßig zu erleben? Es muss doch etwas dran sein. Und warum eigentlich nicht?
Die Biologie lehrt: Weil bei Männern die Erektion mit dem Samenerguss gleich verschwindet und weil Frauen nach dem Orgasmus überempfindlich auf Reize an ihrer Klitoris reagieren, ist in der Regel nach einmal Kommen Schluss mit lustig.
Es gibt mehr als eine
Was sagt uns das? Offenbar denken Biologen (und leider auch viele Paare), der menschliche Körper habe nur eine erogene Zone: Zwischen den Beinen.
Wenn dem aber nicht so wäre, könnte der multiple Orgasmus dann etwa doch möglich sein?
Die Antwort lautet ganz klar: JA und nochmals JA! Multiple Orgasmen sind für jedermann möglich. Und die erogene Zone ist der gesamte Körper.
Fragt sich also nur noch, wie stellt man es in der Praxis an, den ultimativen Lustkick zu erleben und zu kommen, bis der Muskelkater schnurrt?
Training ist eine Voraussetzung. Den multiplen Orgasmus erlebt man nicht von heute auf morgen und ohne Fleiß keinen Preis. Das gilt auch beim Sex.
Entspannung ganz bewusst üben
Für Männer wird in den Lehren des Tantra und Taoismus das Trainieren eines Höhepunktes ohne Samenerguss empfohlen, weil so die Erektion nicht nachlässt. Entgegen dem weit verbreiteten Glauben hat der Orgasmus nämlich nicht zwingend etwas mit der Ejakulation zu tun. Auch Männer können absolute Befriedigung erleben, ohne ihren Samen auf oder in der Partnerin zu hinterlassen. Nebenbei also noch ein kleiner Hygienebonus.
Erlernen kann man diese Samenverlust-Kontrolle durch bewusste An- und Entspannungsübungen von Schließ- und Blasenmuskulatur, durch Atemtechniken und natürlich durch Konzentration. So etwas geht nicht von heute auf morgen, aber die Glücklichen, die den männlichen multiplen Orgasmus erlernt haben, versichern, dass er jede Mühe wert ist. Welche Frau wünscht sich nicht einen Partner, der länger kann als die durchschnittlichen 5 Minuten. Zumal Frauen in der Regel mindestens dreimal so lange brauchen, um den Gipfel zu erreichen. Da sollte Man(n) sich schon bemühen, um seiner Partnerin Erfüllung zu schenken.
Bei den Frauen hilft Beckenbodentraining, das ohnehin für jede Dame einen ungemeinen Lustgewinn bedeuten kann. Mit fortschreitender Kontrolle über diese Muskelpartien wird Frau fast automatisch agiler während des Liebesspieles und erreicht so eine wesentlich intensivere Stimulation von Kitzler und G-Punkt, wodurch sie schneller kommen kann.
keine einseitige Sache
Aber reicht dieses Training allein? Wird es dann demnächst spezielle Work-out-Kurse in Fitness-Studios geben, um gezielt die Muskulatur zu stärken, die für das ersehnte Mehrfach-Kommen nötig ist?
Natürlich nicht. Zum Erreichen des Multiplen Orgasmus gehört noch etwas sehr viel Wichtigeres: Harmonie und Vertrauen zwischen den beiden Partnern.
Damit beide mehr als einmal den Gipfel der Lust erreichen, sollte man sich mitteilen, was man mag und was nicht. Wo es besonders prickelt und was sich eher unangenehm anfühlt. Er und sie sollten sensibel für die „wortlose Sprache“ des anderen werden. Seufzer, Stöhnen, Zuckungen, sachte oder heftige Bewegungen. Beobachtet man sein Gegenüber aufmerksam während Liebesspiel und Akt, wird man schnell merken, was sie oder ihn so richtig anturnt und in Fahrt bringt.
Ein paar kleine Tipps für die Herren:
Es stimmt zwar, dass Frauen nach dem ersten Orgasmus extrem empfindlich auf direkte Reize ihrer Klitoris reagieren, doch deshalb haben sie nicht automatisch keine Lust mehr.
- Beim Oralsex gilt es, die Perle ihrer Weiblichkeit zu umschmeicheln, statt sie zu lecken wie ein Eis am Stiel.
- Stehen Sie mehr auf Fingerspiele oder bauen Vibratoren und Dildos in Ihr Liebesspiel mit ein, denken Sie an den zweitwichtigsten Punkt der weiblichen Stimulation – den G-Punkt.
- Während dem gemeinsamen Akt sollte Man(n), wenn er die Zuckungen ihrer Vagina um sein bestes Stück spürt, nicht weiterreiten wie ein Jockey auf der Zielgeraden, sondern vielmehr wie ein geübter Surfer geschmeidig auf der Welle ihrer Lust mitreiten, sie ausrollen lassen, um nach Erreichen der Brandung gleich die nächste ins Visier zu nehmen.
Darüber hinaus lohnt es sich, den Körper des Partners genauestens kennenzulernen. Denn Bauchnabel, Brustwarzen, Ohrläppchen und Nacken sind fast bei jedem, ob Mann oder Frau, höchstsensible Stellen, die man zärtlich verwöhnen kann. Mit solch sinnlichen Streicheleinheiten lässt sich nach einem Orgasmus die Lust erhalten und wieder steigern, bis auch die Nerven an Eichel und Kitzler soweit beruhigt sind, dass direkte Stimulationen äußerst gern willkommen geheißen werden. Begeben Sie sich auf die Reise über eine geheime Landschaft und erleben Sie staunend, welche „Sehenswürdigkeiten“ Sie dabei entdecken.
Auch Abwechslung hat sich für viele Paare sehr bewährt, wenn es darum geht, mehr als einmal zu kommen. Vom Rollenspiel über diverse Stellungen, neckisches Spielzeug oder auch mal prickelnden Sekt, süße Schokolade und kühles Eis auf heißer Haut. Unverhofft kommt oft, erhält hier eine ganz neue Bedeutung.
Unabdingbar für das Erlebnis multipler Orgasmen ist aber in jedem Fall eine ungestörte Atmosphäre, ein Partner bei dem man sich völlig fallen lässt, viel Geduld und natürlich üben, üben, üben. Denn der multiple Orgasmus sollte nicht nur ein Ziel sein, sondern vor allem der Weg dorthin.
Lies auch, was Du über den Orgasmus der Frau wissen musst.
-Artikelfoto © Stas Perov – Fotolia.com -
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1 Kommentar
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Geschrieben am 21. Oktober 2009 at 23:59
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