Teil 1
Haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht, wie hilfreich doch ein Personaltrainer sein könnte?
Die Zusammenarbeit mit einem Trainer / Coach, der eine umfassende Anamnese erstellt und dementsprechend individuelle Ziel- und Zeitvorgaben definiert, kann eine große Unterstützung darstellen.
Ein eigener Personaltrainer erkennt, zumeist besser als der Kunde, welcher Weg der beste ist, um das individuelle Trainingsziel zu erreichen.
Carsten Kupferberg, selbstständiger Personaltrainer und Gesundheitsberater sowie Gast-Autor von Gentleys, verrät im folgenden Interview spannende Fakten aus seiner Trainer-Tätigkeit und erklärt beispielsweise, was es mit der von ihm angebotenen “Burn out-Prophylaxe” auf sich hat.
gentleys: Herr Kupferberg, sind Sie mehr ein Sportler oder mehr ein Trainer?
Carsten Kupferberg: Das ist eine gute Frage! Ich bin Sportler, Trainer und Coach. Ohne Sportler zu sein, ist man kein guter Personaltrainer (PT).
PT-Kunden haben individuelle Ziele. Mein Job ist es, als Trainer das Ziel nach einer Anamnese zu bewerten und dies mit konkreten Zahlen und einer Ziel-/ Zeitvorgabe zu konkretisieren.
Als Coach gilt es zu erkennen, auf welchem Weg dieses individuelle Ziel für den Kunden auf Basis der Ist-Situation und den individuellen Fähigkeiten und Präferenzen am effektivsten zu erreichen ist.
Der Trainer erkennt dann den Trainingsweg und zeigt ihn auf. Wiederum der Sportler, der mit dem Trainer den Weg begleitet, ist der Trainingspartner. Zwischendurch kommt immer wieder der Coach ins Spiel, der evtl. Schwierigkeiten auf dem Weg zum Ziel beratend meistern muss.
Aber ganz ehrlich: In letzter Zeit ist immer mehr der Coach gefragt.
gentleys: Sie bieten unter anderem eine „Burn out-Prophylaxe“ an. Was kann man sich darunter vorstellen?
Carsten Kupferberg: Burn out entwickelt sich auf einem stetigen Weg zur Volkskrankheit Nr.1. Noch sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Rücken- sowie Gelenkerkrankungen führend. Aber auch hier sind die Ursachen nicht nur im Bewegungsmangel und unglücklicher Ernährung, sondern in psychischen Problemen zu finden.
Im Bereich Burn-Out-Prophylaxe bin ich als Coach und Trainer unterwegs. Sowohl im Firmenseminar-Segment als auch in reinen Personaltrainings versuche ich, den Weg der „artgerechten“ Lebensweise wieder zu verdeutlichen. Dazu gehört moderate Bewegung, vernünftige Ernährung aber auch eine ausgewogene Balance zwischen Be- und Entlastung (Work-Life-Balance).
Hier kann der Manager, der Projektmitarbeiter, die Krankenschwester und die Pastorin vom Sportler abschauen. Der Sportler trainiert nicht 8 Stunden am Tag. Aber im Büro sitzen viele über 10 Stunden, machen eine Pause am Tag und gönnen sich mehrere Stresssituationen täglich.
gentleys: Erkennen Ihre Kunden die Gefahr eines Burn-Out-Syndrom tatsächlich immer rechtzeitig oder trainieren Sie letztlich doch Burn-Out-Patienten?
Carsten Kupferberg: Wann ist jemand im Burn-Out? Diese Frage ist ebenfalls sehr individuell. Jeder ist unterschiedlich belastbar. Sich mal schlapp zu fühlen, muss nicht Burn-Out bedeuten, kann sich aber vorübergehend unerträglich anfühlen.
Andere sind so tief im Schlamassel, dass sie vor lauter Rudern und Arbeiten nicht merken, wie ausgebrannt sie bereits sind. Adrenalin lässt sie unter „Strom“ weiterarbeiten.
Ein tatsächlicher Burn-Out-Patient sollte einen guten Psychosomatiker aufsuchen. Eine psychosomatische Therapie kann ich mit Entspannungsübungen, Übungen zur Selbstregulation und Bewegungs- sowie Körpertraining positiv begleiten. Der Coach in mir kann hier auch viel Hilfestellung geben.
In meinen Seminaren sind oft Teilnehmer, die auf dem besten Weg sind, aber dies mit Argumenten wie „Es geht aber im Moment nicht anders“ oder „Es wird doch von mir erwartet“ verleugnen oder dagegen anstrampeln.
Andere merken über Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, Gewichtsprobleme, chronische Erkrankungen, Schlappheit, usw., dass sie nicht mehr so „funktionieren“ wie sie möchten.
Sie suchen in mir einen Personaltrainer, der sie wieder fit macht und bekommen dann manchmal den Coach, der Ihnen die Ursachen auf dem Weg zum Burn-Out aufzeigt und anders trainiert / coacht als sie dies zuvor erwartet haben.
Hier geht’s zum 2. Teil.
Artikelfoto © ArtmannWitte – Fotolia.com
Popularity: 15% [?]



2 Kommentare
[...] es im ersten Teil unseres Interviews mit Carsten Kupferberg speziell um das Thema Burn-Out und die entsprechende [...]
Geschrieben am 2. September 2010 at 15:10
Die richtigen Fragen und die richtigen Antworten, danke Kollegen! Hier weitere Überlegungen zum Thema Burn Out: http://blog.rorocoach.de/2009/vom-funken-zum-flachenbrand-burn-out/#more-664
Beste Grüße
Robert
Geschrieben am 18. November 2010 at 11:48
Kommentar schreiben: