Schon die alten Chinesen schätzten die pflanzliche Medizin und ihre Bedeutung. In Ägypten, im Römischen Reich, bei den Sumerern und den Griechen hatte die Kräutermedizin einen besonderen Stellenwert. Auch in der heutigen greifen immer Menschen auf die pflanzliche Medizin zurück. Das liegt in erster Linie daran, dass Heilkräuter so gut wie keine Nebenwirkungen haben. Lesen Sie hier, wie Kräuter und Pflanzen Ihre Krankheiten heilen können und welche Bedeutung sie haben.
Chinesische Heilkräuter
Bereits vor mehr als 5.000 Jahren soll der Kaiser Shen Nung die Pflanzenheilkunde entdeckt haben. Erst im 16. Jahrhundert fertigte der berühmte chinesische Arzt Li Shizen berühmte Schriften zu den damals bekannten Heilpflanzen. Teilweise nutzt die traditionelle chinesische Medizin dieses Wissen auch heute noch. In der traditionellen chinesischen Medizin steht nicht die Behandlung von Krankheiten im Vordergrund, sondern der Patient wird in seiner Gesamtheit betrachtet. So suchen chinesische Mediziner nach den Ursachen im Ungleichgewicht der Energien des Patienten in Bezug auf Körper, Geist und Seele. Heilkräuter sollen also die Energiebalance wieder herstellen. Die traditionelle chinesische Medizin kennt 2000 Heilpflanzen, nutzt aber nur ca. 300 davon. Sie werden als Sud abgekocht und in Form von Tees, Salben, Pasten, Cremes und Pulvern verwendet. Mit dem Kräuterpulver können Pasten, Pillen oder Kapseln gefüllt werden.
Pflanzliche Medizin und heutige Bedeutung
Hierzulande werden ca. 400 Arzneipflanzen verarbeitet, wobei Wurzeln, Rinden, Blätter, Blüten, Früchte, Samen und ätherische Öle genutzt werden. Wir kennen sie als Saft, Pulver, Tee, Salbe, Flüssigextrakt und Tabletten. Sie helfen bei verschiedenen Alltagsleiden. Werden Medikamente aus rein pflanzlichen Bestandteilen oder Zubereitungen eingesetzt, um Krankheiten zu lindern, zu heilen oder ihnen vorzubeugen, so dürfen sich diese als pflanzliche Medizin bezeichnen. Pflanzliche Arzneimittel werden auch als Phytopharmaka (aus dem Griechischen von Phyto = Pflanze und Pharmaka = Arzneimittel) bezeichnet. Sie werden aus pflanzlichen Drogen hergestellt, wie beispielsweise Kürbiskerne, Ginkgoblätter oder Kamillenblüten. Diese werden eingesetzt bei Verdauungsbeschwerde, Erkältungen und chronischen Leiden. Dazu zählen beispielsweise Hauterkrankungen, Herzschwäche, Rheuma, Gicht oder auch Altersdemenz.
Damit pflanzliche Medizin als Arznei zugelassen wird, müssen die Hersteller in umfangreichen wissenschaftlichen Studien wirksam beweisen, dass bestimmte Krankheiten wirksamer bekämpft werden als mit einem Placebo. Dabei müssen Nebenwirkungen und Risiken in zumutbarem Rahmen sein.
Traditionelle pflanzliche Medizin
Im Gegensatz dazu gibt es noch pflanzliche Medizin, die sich als „traditionell“ bezeichnet. Ihre Heilwirkung wurde noch nicht nachgewiesen. Die Basispflanzen werden seit langer Zeit in der Volksmedizin angewendet. Dazu zählen frei verkäufliche Arzneitees, Dragees, Tinkturen, Kapseln, Säften und Geiste aus Heilkräutern. Sie sind zwar ungenau dosiert und verschieden im Mischungsverhältnis, können jedoch keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Bei traditionellen pflanzlichen Arzneimitteln darf keine spezifische Krankheitsindikation angegeben werden. Hersteller behelfen sich hier mit werbeträchtigen Aussagen wie „zur Unterstützung bei Darmträgheit“ oder gegen „erschöpfte Nerven“. Daneben werden auch häufig eigene Rezepturen verwendet, die jeder selbst herstellen kann. Dazu zählen z. B. die Zwiebelringe gegen Mittelohrentzündung oder Husten, Kartoffelwickel bei Halsweh oder rheumatischen Beschwerden. Charakteristisch ist hier die Weitergabe von Generation zu Generation. Die Wirkung dieser pflanzlichen Medizin ist hauptsächlich auf ihre physikalischen Eigenschaften zurückzuführen. Wärmespeicherung von Kartoffeln, Wärme und Feuchtigkeit beruhigen Schleimhäute.
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Das Wissen der Ureinwohner über pflanzliche Medizin
Foto: Havlena – www.pixelio.de
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