Das Risiko, dass man in eine Straftat verwickelt wird, besteht jederzeit und kann jeden treffen. Ob als Opfer oder aber als Zeuge, in jedem Fall sollte man zur Aufklärung der Straftat beitragen. Wir erklären Ihnen alles zum Thema “Strafanzeige erstatten”. Erfahren Sie hier, wo Sie eine Strafanzeige erstatten können und was Sie dabei beachten müssen.
Häufig wird vor allem bei kleineren Delikten vermutet, dass eine Anzeige keinen Sinn macht, wenn man keine genauen Angaben bezüglich des Täters geben kann. Tatsächlich lohnt sich aber eine Anzeige. Deshalb ist es wichtig sich vorher darüber zu informieren, wie im Falle einer Strafanzeige vorgegangen wird.

Wie erstattet man Anzeige?

Im Falle eines Sachverhaltes der als Strafbestand gelten kann, wird eine Strafanzeige erstattet, die an die zuständige Strafverfolgungsbehörde weitergeleitet wird. Jedoch sollte man zwischen einer Strafanzeige und einem Strafantrag unterscheiden, letzteres ist nämlich eine Prozessvoraussetzung. Ob der Betroffene die Strafanzeige mündlich oder schriftlich erstattet, bleibt ihm selbst überlassen. Auch ob die Anzeige bei der Polizei, beim Amtsgericht oder bei der Staatsanwaltschaft aufgegeben werden muss, ist nicht festgelegt. Im Falle einer mündlichen Strafanzeige wird diese protokolliert. Sobald der Täter ausfindig gemacht werden konnte, hat der Betroffene eine Frist von drei Monaten um einen Strafantrag zu stellen. Mittlerweile lässt sich sogar online über das Internet eine Strafanzeige stellen. Einige Polizeireviere in verschiedene Bundesländern bieten sogenannte virtuelle Polizeireviere an, über die ganz unkompliziert Strafanzeige erstattet werden kann.

Die Anklage

Prinzipiell muss jeder Strafanzeige nachgegangen werden, die tatsächliche Gründe für einen Strafbestand aufweist. Die Ermittlungsbehörde handelt hier nach dem Legalitätsprinzip, das heißt, dass der Sachverhalt so weit wie möglich aufgeklärt werden muss. Wenn die Strafanzeige bei der Polizei aufgegeben wurde, leitete diese die Anzeige an die Staatsanwaltschaft weiter nachdem die Ermittlungen abgeschlossen sind. Erst dann entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob das Verfahren eingestellt wird oder ob genügend Gründe vorliegen um gegen den ausfindig gemachten Täter Anklage zu erheben. Sollte das Verfahren eingestellt werden wird der Betroffene schriftlich darüber informiert und hat die Möglichkeit Beschwerde einzulegen und gegen die Einstellung des Verfahrens vorzugehen. Die Generalstaatsanwaltschaft entscheidet schließlich, ob die Beschwerde gerechtfertigt ist. Zudem gibt es für das Opfer die Möglichkeit des Klageerzwingungsverfahrens, wenn die Generalstaatsanwaltschaft die Beschwerde ablehnt.

Notwendige Dokumente

Wurde eine Strafanzeige erstmal aufgegeben sind in der Bearbeitung viele wichtige Dokumente nötig, wie zum Beispiel Berichte und Gutachten, Tatblätter, Sachverhalte, Asservate und Tatblätter. Allerdings wird die Strafanzeige erst dann wirklich wirksam, wenn sie on der Polizei an die Strafverfolgungsbehörde weitergeleitet wird. Eingestellt werden kann die Anzeige nicht nur wenn von Gesetz wegen keine Straftat vorliegt, sondern auch aus Gründen wie Geringfügigkeit oder mangelndem öffentlichen Interesse. Das gilt auch dann, wenn die Tat und die Beteiligung des Täters bewiesen wurden.

Wer ist berechtigt eine Anzeige zu erstatten?

Generell hat natürlich jeder, der geschädigt wurde das Recht Anzeige zu erstatten. Aber auch wer nicht direkt von der Straftat betroffen ist oder als Zeuge am Tatort war, kann eine Anzeige aufgeben. Zeugen sind grundsätzlich dazu verpflichtet seine eigenen Personalien anzugeben. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit eine anonyme Anzeige zu erstatten. Wer den Täter nicht identifizieren konnte kann außerdem Strafanzeige gegen Unbekannt erstatten. Wer selbst eine Straftat begangen hat oder aber seine Unschuld mit Hilfe einer Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft beweisen möchte, kann sich selbst anzeigen. Allerdings werden Selbstanzeigen auch häufig dazu genutzt Aufmerksamkeit zu erregen, obwohl der Betroffene selbst eigentlich gar nichts mit der Tat zu tun hat.

Pflicht zur Erstattung einer Anzeige

Eine Pflicht zur Anzeige besteht in Deutschland nur für Vollzugsbeamte und bei Privatpersonen die über die Planung von Straftaten informiert sind, ansonsten sind Strafanzeigen für bereits begangene Straftaten grundsätzlich freiwillig. Die meisten Strafanzeigen werden jedoch nicht von Privatpersonen sondern von der Polizei selbst gestellt. Die Amtsanzeige kommt in der Regel zustande, wenn die Polizei während des Polizeieinsatzes oder auf einer Polizeidienststelle über Straftaten informiert werden oder diese selbst wahrnehmen. Wenn erstmal eine Strafanzeige gestellt wurde, kann diese nicht mehr zurückgenommen werden, da die Strafverfolgungsbehörden den Sachverhalt ermitteln müssen. Ein Strafantrag dagegen ist ein Verfahrensrecht und kann dementsprechend auch wieder rückgängig gemacht werden.

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Foto: (c) hannahmarie – www.pixelio.de

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