© istock.com/choja

Das Motoröl ist wichtig für die Funktionstüchtigkeit und Langlebigkeit des Motors. Es schmiert, trägt zur Kühlung bei, überträgt Kräfte, dichtet ab und transportiert Verschleißstoffe ab. Doch nach welchen Kriterien wählt man das passende Motoröl aus?

Kriterien für Auswahl des Motoröls

Regelmäßig muss das Öl gemäß Ölstand aufgefüllt und im vorgegebenen Intervall komplett ausgewechselt werden. Nach welchen Kriterien wählt man jedoch das Motoröl aus? Dabei spielen der Viskositätsindex, der Kraftstofftyp, der Motorentyp und das Alter des Fahrzeugs eine entscheidende Rolle. Im Serviceheft des Fahrzeugs findet man eine Angabe, welches Öl man verwenden sollte, z. B. SAE 10W-40 nach ACEA B3. Bei Anbietern wie Tirendo lassen sich Motoröle nach dieser Kennzeichnung auswählen. Tirendo gibt in einem Video auch Tipps, wie man das Motoröl selbst wechseln kann.

Der Viskositätsindex

Die Viskosität ist die Fließeigenschaft des Motoröls, also wie gut es sich im Motor verteilt. Motoröle werden in unterschiedliche Viskositätsklassen oder auch SAE-Klassen eingeteilt. SAE steht für die ehemalige Society of Automotive Engineers (Verband der Automobilingenieure), heute SAE International, die 1905 gegründet wurde, um Standards in der Automobil-Industrie zu schaffen. Inzwischen erarbeitet SAE International auch Standards in der Luftfahrt.

Die Klassen haben unterschiedliche Kennungen, z. B. 5W-30 oder 15W-40, die etwas über ihre Fließfähigkeit unter bestimmten Temperaturen aussagen. Dabei gilt, je größer die Zahlen, umso zähflüssiger verhält sich das Öl.
Bei der ersten Kennzahl geht es um die Fließeigenschaft bei Kälte (W wie Winter). 5W bedeutet also, es handelt sich um ein besonders dünnflüssiges Öl bei Kälte. Dadurch lässt sich der Motor schneller kaltstarten und wird besser vor Verschleiß geschützt.

Die zweite Kennung bezeichnet die Viskosität bei Hitze. 30 bedeutet, es handelt sich um ein dünnflüssiges Öl, dass sie leicht verteilt. Das Problem dünnflüssiger Öle ist allerdings, dass der Schmierfilm nicht so belastbar ist und schneller abreißt. 50er Öle sind daher für Hochleistungsmotoren besser geeignet. Sie sind zwar zähflüssiger, der Schmierfilm ist jedoch wesentlich belastbarer. Den Motor eines Mercedes McLaren SLR würde man mit einem dünnflüssigeren Motorenöl als 5W-50 beispielsweise töten.

Die Additive

Durch Additive wird die Fließeigenschaft bei zähflüssigen und die Schmierfähigkeit bei dünnflüssigen Ölen zu verbessern und verlängern versucht. Es setzen sich nicht so schnell Verschleißstoffe ab und die Leistung des Öls bleibt länger bestehen. Fast alle Motoröle sind heute mit Additiven versetzt. Einige Hersteller haben passend zu ihren Automobilen Motoröle entwickeln lassen und noch eigene Normen neben der SAE-Klasse festgelegt. ACEA BE bezeichnet eine Herstellerfreigabe, die im Servicehandbuch des Autos zu finden ist. Sogar markenspezifische Freigaben existieren, wie etwa VW 501 01/505 00. Verwenden Sie dann nur diese Öle.

Die Motorölsorten

Halbsynthetische Öle bestehen aus einem Mineralöl, das mit synthetischen Additiven versetzt ist. Dies ist das normale Motorenöl für den Stadtverkehr mit vielen Stopps und Anfahrten. Es eignet sich für geringe Kilometerleistung und läuft auch bei Hitze noch gut. Ein 10W-40 ist beispielsweise ein halbsynthetisches Öl.

Synthetische Öle bieten optimalen Motorenschutz auch bei hoher Kilometerleistung, vielen Autobahnfahrten oder sehr kalten Temperaturen. Ein Öl mit dem Viskositätsindex 5W-40 ist beispielsweise ein solches Öl.

Mineralöle sind wesentlich günstiger als synthetische, sind allerdings von ihrer Qualität her nur bedingt geeignet. Ihre Fließfähigkeit ist viel geringer, dafür halten sie besonders niedrige oder hohe Temperaturen aus, was bei älteren Fahrzeugen besser ist. Ein Öl mit 20W-50 ist beispielsweise bestens für Oldtimer-Motoren geeignet.

Nicht nur das Öl, sondern auch der Ölfilter muss irgendwann erneuert werden. Mehr Informationen zum Ölfilterwechsel.

Kommentar schreiben:


© 2013 Media Innovation GmbH