Die Begriffsdeutung „Sammelklage“ im allgemeinen, ist irreführend. Im deutschen Rechtswesen und der Rechtsprechung gibt es den Begriff „Sammelklage“ nicht. Dies gilt ebenso für die schweizerische und österreichische Rechtsprechung. Erfahren Sie hier, wie Sie eine Sammelklage organisieren und was Sie dabei beachten müssen.

Eine Sammelklage in den USA

Der Begriff Sammelklage leitet sich eher aus den Verfahrensmöglichkeiten her, wie beispielsweise in den USA möglich. Eine Sammelklage leitet sich dort aus der Vielzahl von Klägern gegen einen oder mehrere Beklagte ab und wird „class action“ genannt. Eine Besonderheit in einer Sammelklage ist, dass die Rechtsfragen als auch die Tatsachenfragen, die für eine Vielzahl von Klägern von Bedeutung sein könnenauch für ALLE einheitlich aufgeklärt werden können. Dieser Vorgang erlaubt auch, dass die Rechtsfragen und Tatsachenklärung dann für alle Gruppenmitglieder bindend sind.

Sammelklage in Deutschland

In Deutschland sind Sammelklagen wie z.B. die Form der „class action“ unzulässig. Jeder der in Deutschland klagt, muss seine individuelle Betroffenheit, seinen persönlichen Schaden und die Zusammenhänge (Kausalität) darlegen und beweisen! Eine Möglichkeit eine Sammelklage einzureichen ist die Rechtsform einer Streitgenossenschaft, wenn die Kläger aufgrund des Streitgegenstandes in einer Rechtsgemeinschaft stehen.
Eine weitere Möglichkeit nach der Zivilprozessordnung ist (§ 147 ZPO) der besagt, das eine Prozessverbindung möglich ist wenn: (…) mehrerer bei ihm anhängiger Prozesse derselben oder verschiedener Parteien zum Zwecke der gleichzeitigen Verhandlung und Entscheidung anordnen, wenn die Ansprüche, die den Gegenstand dieser Prozesse bilden, in rechtlichem Zusammenhang stehen oder in einer Klage hätten geltend gemacht werden können (…) . Das lässt doch Spielraum auch hier in Deutschland eine Sammelklage auf den Weg zu bringen.
Das ist im Fall einer Verbandsklage nicht abwegig, denn diese Klageart ist der Sammelklage ähnlich. Diese gibt unter Umständen Verbänden in Ausnahmefällen das Recht, für mehrere oder sogar die Allgemeinheit Rechtsverletzungen geltend zu machen. Privatpersonen können diese Klageform nicht nutzen.

Was Sie noch beachten müssen

Gute Erfolgsaussichten haben Sie aber, sollte in Deutschland ein Ereignis stattfinden, dass einen Bezug zu den USA aufweist – dann können Sie als Deutscher durchaus eine Sammelklage in den USA anstreben.
Es hat nicht nur Vorteile an einer „Sammelklage“ teilzunehmen, denn das „individuelle“ Recht des Einzelnen wird damit eingeschränkt. Sie verzichten quasi darauf, dass Ihre „individuelle Stimme“ vor Gericht gehört wird. Ein Anwalt steht in der Pflicht, seinen Mandanten mit vollem Einsatz zu vertreten, was bei großen „Sammelklagen“ gar nicht möglich ist und somit wird das einzelne „Opfer“ zur Nummer.

 Tipps:

Internet-Ratgeber Recht

Der Buchtipp: Klage

Foto: (c) insektivor212 – www.pixelio.de

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