Wenn Sie selber darüber bestimmen möchten, wer nach Ihrem Tod Ihr Vermögen erhalten soll, ist es notwendig, dass Sie ein gültiges Testament schreiben. Ihr Erbe würde sonst entsprechend der gesetzlichen Erbfolge verteilt werden. Gemäß § 14 des Grundgesetzes besitzt jeder rechts- und geschäftsfähige Mensch das Recht der Testierfreiheit. Allerdings ist diese Freiheit durch den im BGB verankerten garantierten Pflichtanteil für nahe Verwandte (Eltern, Kinder, Ehegatten) eingeschränkt. Ohne Verwandte und ohne Testament übernimmt der Staat das Erbe. Lesen Sie hier, wie Sie ein gültiges Testament verfassen.

Grundsätzlich können Sie zwischen zwei Formen des Testamentes wählen, dem öffentlichen und dem privatschriftlichen Testament. Von einem öffentlichen Testament spricht man, wenn ein Notar eingeschaltet wird, der den Letzten Willen beglaubigt. Der Notar ist dann verpflichtet, die Urkunde bei dem örtlichen Gericht zu hinterlegen. Bei dieser Form des Testamentes sollten aufgrund der notariellen Beratung keine Formfehler auftauchen. Allerdings verlangt der Notar dafür eine Gebühr, die sich am Wert der Erbschaft orientiert. Die kostengünstigere Variante ist das privatschriftliche Testament. Damit dieses aber auch ein gültig ist, müssen Sie diverse Vorschriften beachten.

Gesetzliche Anforderungen an ein gültiges Testament

Zum einen müssen Sie das Testament handschriftlich verfassen, mit “Testament” oder “Mein letzter Wille” überschreiben, mit Ort und Datum versehen und unterschreiben. Es ist nicht zwingend erforderlich, dass Sie mit Ihrem gesamten Namen unterzeichnen, gesetzlich zulässig sind beispielsweise auch Kosenamen oder Umschreibungen wie “Euer Vater”, doch ist für die eindeutige Zuordnung Ihres Letzten Willens die Unterzeichnung mit Vor- und Nachnamen zu empfehlen. Wenn Sie ein gültiges Testament verfassen wollen, müssen Sie die gesetzlichen Pflichtanteile, die immer die Hälfte des gesetzlichen Erbanteiles ausmachen, beachten. Enterbungen sind nur in Ausnahmesituationen möglich. Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, einen Pflichtteilberechtigten im Testament zu übergehen, sollten Sie vorher mit Ihrem Anwalt abklären, ob Ihre Gründe dafür gesetzlich ausreichend sind.

Tiere sind nicht erbfähig

Darüber hinaus müssen Sie auf eindeutige Formulierungen achten, um spätere Zwietracht unter den Erben zu vermeiden. Ihre Testamentsverfügungen dürfen nicht gegen die guten Sitten verstoßen, und Sie dürfen die Erbschaft an keine Bedingungen knüpfen. Ein gemeinschaftliches Testament ist nur bei Ehegatten, nicht aber bei Partnern in nicht ehelichen Lebensgemeinschaften möglich. Denken Sie daran, Ihre Erben mit vollem Namen und Adresse zu nennen. Idealerweise sollten Sie auch für den Fall, dass ein vorgesehener Erbe den Erbfall nicht mehr erlebt, eine dann gültige Erbregelung bestimmen. Bei mehreren Erben sollten Sie eine klare Quotenregelung treffen, damit Sie mit dem Testament tatsächlich Ihr gesamtes Vermögen erfassen. Unabhängig davon können Sie bestimmte Gegenstände oder Werte einzelnen Erben vorab als Vermächtnis zusprechen. Denken Sie daran, dass Tiere nicht erbfähig sind. Eine rechtsgültige Berücksichtigung Ihres Tieres bei Ihrem Letzten Willen ist nur in der Form möglich, dass Sie der Person Geld oder Dinge zukommen lassen, die sich um das Tier kümmert.

Das Testament aktualisieren

Sofern Sie das privatschriftliche Testament im Laufe der Jahre aktualisieren, sollten Sie darauf achten, dass Sie Nachsätze deutlich als solche bezeichnen und unter dem Nachsatz noch einmal mit Ort- und Datumsangabe unterzeichnen. Sie können auch ein privatschriftliches Testament gegen eine kleine Gebühr beim Gericht hinterlegen und so sicher stellen, dass es im Falle Ihres Todes auch eröffnet wird und nicht etwa jahrelang in einer Schublade vergessen oder gar vernichtet wird. Wenn Sie Ihren Erben Ärger ersparen wollen, sollten Sie bei der Testamentsverfassung Formfehler unbedingt vermeiden, denn das Testament würde dadurch nicht automatisch ungültig, sondern könnte gerichtlich angefochten werden. Eine solche unschöne gerichtliche Auseinandersetzung wollen Sie den Menschen, denen Sie Ihr Erbe anvertrauen, sicher nicht zumuten.

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Foto: (c) Rainer Sturm – www.pixelio.de

2 Kommentare

  1. Manuela kommentierte,

    Toller Blog,

    Komme immer gern vorbei und lese mit,

    Lg
    Manuela

    Geschrieben am 24. September 2010 at 13:33

  2. Rainer kommentierte,

    Danke für die guten Infors zum Testament -Thema hier…

    Geschrieben am 9. Dezember 2010 at 09:39

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