Klatsch und Tratsch über andere Menschen gehört heute leider zum Alltag. Gerne wird über Nachbarn oder Arbeitskollegen eine spannende Neuigkeit weiter erzählt. Unschön wird es immer dann, wenn aus dem harmlosen Tratschen eine Verleumdung wird. Wenn Dinge weitergetragen werden, die nicht nur unwahr sondern auch zutiefst verletzend sind, gilt es sich zu wehren. Lesen Sie hier, wie Sie gegen Verleumdungen vorgehen können.

Beweise und Zeugen

Sammeln Sie Beweise und versuchen Sie Zeugen zu finden. Werden über Sie Dinge niedergeschrieben ist es wichtig, diese Schriftstücke zu sichern. Führen Sie eine Art Protokoll über sämtliche Vorkommnisse. Eine detaillierte Aufstellung aller Vorfälle kann eventuell notwendig werden. Also sollten Sie möglichst frühzeitig damit beginnen die Dinge zu sortieren.

Der Umgang mit Gerüchten

Man sollte allerdings zunächst offensiv mit den Gerüchten umgehen. Wichtig ist, die Menschen anzusprechen, die die Gerüchte weitertragen. Konfrontieren Sie die Personen mit den Unwahrheiten und stellen Sie die Dinge richtig. Sagen Sie den Kollegen auf den Kopf zu, dass es sich um übelste Verleumdungen handelt und dass Sie sich dagegen wehren werden.

Anzeige erstatten

Kommt man dann nicht mehr weiter, sollte man sich nicht scheuen, offizielle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bei massiven Persönlichkeitsverletzungen ist die Stellung einer Strafanzeige sinnvoll und notwendig. Strafanzeigen können bei jeder Polizeidienststelle oder der Staatsanwaltschaft gestellt werden. Die Polizei wird dann Ermittlungen aufnehmen und auch die Beschuldigten vernehmen. Den wenigsten Menschen ist bewusst, dass das unwahre Weitertragen von Gerüchten eine Straftat darstellen kann. Die Konsequenzen für die Täter können empfindlich sein.

Rechtsanwalt und Gerichte

Wer sich aber nicht auf die Polizei verlassen will, der sollte gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen. Am besten wehren Sie sich gegen Verleumdungen durch die Beantragung einer einstweiligen Verfügung gegen die beteiligten Personen. Hier empfiehlt es sich, den Rat und die Hilfe eines Rechtsanwaltes hinzuzuziehen. Dieser wird die notwendigen Anträge formulieren und ist auch moralischer Beistand in einer möglichen gerichtlichen Verhandlung.
Das zuständige Amtsgericht wird eine einstweilige Verfügung erlassen, die es den Verleumdern untersagt, gewisse Behauptungen aufzustellen. In der Regel wird für jeden Fall der Zuwiderhandlung eine Strafe angedroht.

Bestrafungsantrag

Unterbleiben die Verleumdungen auch nach Erlass einer einstweiligen Verfügung durch das Amtsgericht nicht, so empfiehlt es sich, einen sogenannten Bestrafungsantrag zu stellen. Auch für diesen ist das Amtsgericht zuständig. Dieses spricht für den Verstoß gegen die Verfügung eine Geldstrafe aus, die von Mal zu Mal empfindlicher wird.
Wichtig ist, dass Betroffene sich nicht ihrem Schicksal ergeben. Beratungen zu den Möglichkeiten sich gegen Verleumdungen zu wehren, erteilen auch Opferschutzverbände wie der Weiße Ring oder Selbsthilfegruppen. Empfehlenswert ist in jedem Fall auch die Hinzuziehung eines auf derartige Vorfälle spezialisierten Rechtsanwalts. Dieser wird auch Handlungsempfehlungen geben können und kann die Aussichten gerichtlicher Maßnahmen am besten abschätzen.

Wie Sie sich im Internet gegen Verleumdungen schützen können erfahren Sie im Bereich Online Reputation.

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Foto: (c) insektivor212 – www.pixelio.de

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