Obwohl zu großen Teilen noch immer ein gewisses Tabuthema, ist es trotzdem unübersehbar geworden, dass auch das männliche Geschlecht vom Phänomen Essstörungen betroffen ist. Nach wie vor gibt es hier jedoch eine besonders hohe Dunkelziffer.
Denn: Männer sprechen nicht darüber!
Magersucht bzw. Bulimie betrifft nach der Studie von Dr. D. Blake Woodside aus Kanada ebenso häufig das männliche wie auch das weibliche Geschlecht.
Allerdings stellte er in seiner Studie fest, dass der Umgang mit Bulimie bei Männern anders ist als bei weiblichen Patienten mit gleicher Problematik.
Falsche Scham hindert Männer häufig am Arztbesuch
Auch im Bereich der Magersucht suchen männliche Wesen weitaus später den Arzt auf.
Es ist gut zu verstehen, dass die Offenbarung, an Problemen zu leiden, die bislang dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wurden, für einen Mann besonders peinlich erscheint.
Beide Aspekte erschweren es, sich ärztlichen Rat und Hilfe zu holen.
Doch eine Essstörung ist nicht etwa eine peinliche Angelegenheit, sondern eine Erkrankung, die für die Gesundheit eine ernsthafte Bedrohung bedeutet.
Auch Männer unterliegen den Stressphänomenen der heutigen Zeit, besonders in einem Alter zwischen 17 und 24. Das stellte Thomas Falbesaner in Baden-Baden fest, als er im Zuge verschiedener Studien an der Klinik für Psychologische Medizin männliche Probanden untersuchte.
Der Unterschied zu Frauen ist, dass diese bereits in jüngeren Jahren mit dem Thema Selbstwertgefühl zu kämpfen haben, was dann Gewicht und Figur in den Fokus rückt.
Bei Männern stammen die Einflüsse aus der Welt der Idealvorstellungen, die mit Fit-for-Fun-Beeinflussungen zu tun haben und auch sie schließlich in einen Schlankheits- und Muskelwahnsinn treibt.
Durchtrainierte Bodybuildingvorbilder oder Aufbaudiäten für mehr Muskeln locken mit dem Aussehen des Superhelden.
Kontrolle, Diäten und das ausschließliche Ziel, Muskeln zu produzieren, führen bei Männern in den Kreislauf, an dessen Ende nicht selten die Bulimie steht.
Holen Sie sich Hilfe!
Es ist äußerst wichtig, darüber zu sprechen und sich Hilfe zu suchen, um den Weg zu einem selbstbewussten Lebensstil zu finden, welcher auch wieder ein ganz normales Essverhalten zulässt.
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